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Enerige & Management > Stromnetz - Statkraft legt Beschwerde gegen Bundesnetzagentur ein
Bild: Jonas Rosenberger
STROMNETZ:
Statkraft legt Beschwerde gegen Bundesnetzagentur ein
Statkraft widerspricht mit einer Beschwerde beim Oberlandesgericht Düsseldorf der Auffassung der Bundesnetzagentur, die für Juni 2019 zwei Bilanzkreisverstöße feststellte.
 
Am 2. Juni legte Statkraft Markets beim Oberlandesgericht Düsseldorf Beschwerde gegen die Feststellung der Bundesnetzagentur ein. „Mit unserer Beschwerde möchten wir darüber hinaus zur weiteren Klärung der regulatorischen Rahmenbedingungen sowie zur Schaffung gleicher Wettbewerbsbedingungen bei der effizienten Integration von Erneuerbaren beitragen“, erklärte Pressesprecherin Anne Joeken gegenüber E&M. Statkraft sei fest davon überzeugt, ihren Bilanzkreis zu jeder Zeit gemäß den maßgeblichen deutschen und europäischen regulatorischen Vorgaben bewirtschaftet zu haben.

Die Bundesnetzagentur hatte Statkraft darüber informiert, dass sie einen Verstoß gegen die vertraglichen Pflichten aus dem Bilanzkreisvertrag Strom an zwei Tagen im Juni 2019 festgestellt hat. Statkraft argumentiert, dass es an den beiden Tagen zu außergewöhnlichen Netzsituationen kam, die das Unternehmen nicht voraussehen konnte. Die Bundesnetzagentur ist der Ansicht, dass die Statkraft Markets am 12. Juni 2019 in der Tennet-Regelzone und am 25. Juni 2019 in der Amprion-Regelzone gegen ihre Pflicht zur ordnungsgemäßen Bilanzkreisbewirtschaftung verstoßen hat.

Statkraft erklärte: „Wir nehmen die Pflichten als bilanzkreisverantwortliches Unternehmen sehr ernst und erfüllen diese stets ordnungsgemäß. Anders als bei konventionellen Kraftwerken ist es bei der Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen de facto kaum möglich, den Bilanzkreis ausgeglichen zu halten.“ Niemand könne genau vorhersagen, wieviel Strom aus Sonne und Wind tatsächlich erzeugt wird. Deswegen sei es unvermeidbar, dass manchmal Energiemengen in der Erzeugungsprognose angemeldet werden, die dem Bilanzkreisverantwortlichen dann nicht zur Verfügung stehen.

Bei Statkrafts seinerzeit 12.000 MW umfassenden Erneuerbaren-Energie-Portfolio hätten die Unsicherheiten in den Wettervorhersagen an den betreffenden beiden Tagen zu entsprechenden Abweichungen geführt. „Die Situation zeigt deutlich, dass wir eine größere Transparenz im deutschen Strommarkt benötigen, wie dies beispielsweise in Großbritannien bereits der Fall ist“, sagt Statkraft. Nach Auffassung des Unternehmens hätte eine zeitnahe Marktinformation über die kritische Netzsituation mit hoher Wahrscheinlichkeit die Juni-Ereignisse verhindert. „Vor diesem Hintergrund begrüßen wir sehr, dass die Übertragungsnetzbetreiber kürzlich dazu übergegangen sind, die Marktteilnehmer in Echtzeit über getroffene Notfallmaßnahmen zu informieren“, schließt die Erklärung.
 

Susanne Harmsen
Redakteurin
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Freitag, 05.06.2020, 12:57 Uhr

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