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Enerige & Management > Stadtwerke - Stadtwerke Stuttgart investieren Milliarden in die Klimaneutralität
Quelle: E&M / Jonas Rosenberger
STADTWERKE:
Stadtwerke Stuttgart investieren Milliarden in die Klimaneutralität
Die baden-württembergische Landeshauptstadt Stuttgart will bis zum Jahr 2035 klimaneutral sein. Dafür müssen die Stadtwerke enorm wachsen − auch personell. 
 
Bereits im Juli dieses Jahres hatte der Gemeinderat auf Vorschlag des Oberbürgermeisters Frank Nopper beschlossen, dass Stuttgart spätestens im Jahr 2035 klimaneutral sein soll. Die Stadtwerke Stuttgart haben jetzt dazu eine Strategie vorgelegt, wie sie einen großen Teil dazu beitragen können, teilte der Versorger mit. „Unsere Stadtwerke sollen mit der städtischen Kapitaleinlage von 100 Millionen Euro mehr denn je zum Motor der Energiewende werden. Dies ermöglicht einen Quantensprung bei den Investitionen für Photovoltaik-Anlagen, in die Wärmewende und die Windkraft“, sagte Nopper.

Die konkreten Umsetzungsschritte bei den Stadtwerken Stuttgart umfassen die Strom-, Wärme- und Verkehrswende. Der Versorger rechnet bis 2035 mit einer Investitionssumme von 3 Milliarden Euro für alle drei Bereiche.

Ökostrom: Konkret wollen die Stadtwerke Stuttgart mehr erneuerbare Erzeugungsanlagen installieren. Angestrebt werden bis 2035 eine Erzeugungsmenge von etwa 1,7 Milliarden kWh pro Jahr. Zu diesem Zweck will der Versorger in Windparks und großflächige Photovoltaik-Freiflächenanlagen investieren. „Unsere Maxime lautet: so nah wie möglich. Doch klar ist, dass die Erzeugungsmöglichkeiten in und um die Stadt begrenzt sind. Dies gilt insbesondere für die Windkraft. Wir werden aber auch in Stuttgart nichts unversucht lassen”, erklärt Peter Drausnigg, Technischer Geschäftsführer der Stadtwerke Stuttgart. Zusätzlich zu den heute 30 Windkraftanlagen wären dann 200 Anlagen notwendig.

Wärme: Allein bei der Wärmewende rechnen die Stadtwerke Stuttgart mit einer Investitionssumme von 700 Millionen Euro bis 2035. Das Unternehmen möchte zu diesem Zweck erneuerbaren Wärmequellen im Stadtgebiet erschließen, darunter Abwasserwärme, außerdem Luft- und Erdwärme sowie, wenn möglich, auch Wärme aus dem Neckar.

Mobilität: Auch die Ladeinfrastruktur soll weiter ausgebaut werden. Ziel bis 2035 sind 10.000 bis 15.000 Ladepunkte im Stadtgebiet – privat und öffentlich zugänglich. Mit dieser Vervielfachung der Lademöglichkeiten soll der Umstieg auf E-Mobilität für alle attraktiv werden.

Um diese Ziele erreichen zu können, muss der kommunale Versorger allerdings auch personell wachsen. „Wir hoffen, dass uns der Gemeinderat in die Lage versetzt, die Herausforderungen aus dem Klima-Fahrplan zu stemmen”, so Drausnigg. Mit rund 100 Beschäftigten sind die Stadtwerke Stuttgart momentan recht schlank aufgestellt. Bis zu 450 soll die Belegschaft in den kommenden Jahren anwachsen.

Im nächsten Schritt muss noch der Wirtschaftsausschuss am 8. Dezember über die vorgelegte Strategie beraten. Der Gemeinderat soll am 15. Dezember darüber abstimmen.
 

Heidi Roider
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