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Enerige & Management > Vertrieb - Stadtwerke München verlangen deutlich mehr für Fernwärme
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Stadtwerke München verlangen deutlich mehr für Fernwärme
Der Arbeitspreis für die Wärmelieferung bei den Stadtwerken München hat sich seit Ende des Jahres fast verdoppelt.
 
Die Stadtwerke München (SWM) verlangen für die Lieferungen von 1 MWh (1.000 kWh) Wärme über ihr Leitungsnetz im zweiten Quartal 129,17 Euro. Das teilte das Unternehmen auf Anfrage der Redaktion mit. Ende 2021 betrug der Arbeitspreis im Quartal noch 68,35 Euro/MWh, im ersten Quartal 2022 waren es 99,93 Euro/MWh. Der Grundpreis blieb stabil.

"Die derzeitige Preissteigerung resultiert aus dem derzeitigen Anstieg der Rohstoffpreise, den die SWM nicht selbst beeinflussen", so eine Sprecherin. Die Preise würden quartalsweise angepasst. "Bekanntlich waren die Marktpreise für Erdgas und Kohle im Lauf des vergangenen Jahres extrem angestiegen (bis zu 500 %) und bewegen sich nicht zuletzt auch aufgrund des Ukrainekrieges derzeit weiter auf sehr hohem Niveau."

Die Stadtwerke waren bei der örtlichen Politik aufgrund der Preissteigerungen bei der Fernwärme in die Kritik geraten. In Umland-Gemeinden, die verstärkt auf Geothermie setzten, seien die Preissteigerungen geringer, wurde dabei als Argument angeführt.

Bei den Mieterinnen und Mietern in München, die mit Fernwärme heizen, ist die Preiserhöhung allerdings oftmals noch gar nicht angekommen, da sie über die Hausverwaltung nur einmal im Jahr abgerechnet werden. Die Kundinnen und Kunden der Stadtwerke, in der Regel die Hauseigentümer und Hausverwaltungen, würden quartalsweise über vertraglich vereinbarte Preisänderungsklauseln und den sich daraus ergebenden Preisen informiert, so die SWM.

Aktuell betreiben die Stadtwerke nach eigenen Angaben ein 900 Kilometer langes Fernwärmenetz und versorgen so etwa 40 % der Haushalte in der Stadt. Das Unternehmen nutzt auch bereits Geothermie. So meldeten die SWM im März, die Bauarbeiten für eine neue Geothermie-Anlage – es wäre die siebte der Münchner Stadtwerke – sollen 2024 beginnen. Derzeit würden die Planungen für Bohrungen und die Wärmestation vorangetrieben.
 

Stefan Sagmeister
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Dienstag, 26.04.2022, 16:48 Uhr

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