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Enerige & Management > Beteiligung - Stadtwerke München veräußern norwegisches Explorationsgeschäft
Quelle: Shutterstock / Rido
BETEILIGUNG:
Stadtwerke München veräußern norwegisches Explorationsgeschäft
Zusammen mit Partner Centrica geben die Stadtwerke München ihre Beteiligung an norwegischen Erdgas- und Ölfeldern ab.
 
Die Stadtwerke München (31 %) und das britische Energieunternehmen Centrica (69 %) geben ihr Explorationsgeschäft in der norwegischen See ab, gebündelt in der gemeinsamen Gesellschaft Spirit Energy. Das Unternehmen teilte mit, dass es eine Vereinbarung zur Veräußerung seines norwegischen Geschäfts gegeben habe. Der Gesamtpreis betrage 1,076 Mrd. US-Dollar (955 Mio. Euro) „zuzüglich einer bedingten Zahlung, die an die Rohstoffpreise gekoppelt ist“.

Käufer der Spirit Energy Norway ist die norwegische Company Sval Energi. Eine Ausnahme bilden die Anteile an den Feldern Statfjord Norway und Statfjord UK: Diese gehen an die norwegische Equinor. Spirit Energy Norway hatte seinen Sitz im norwegischen Stavanger und unterhielt mit seinen rund 130 Mitarbeitern von dort aus elf Explorationsstätten für Öl und Erdgas in der Nordsee. 2020 lag die Produktion bei 55.000 Barrel Öläquivalent pro Tag.

Zum verbleibenden Geschäft von Spirit Energy heißt es von den Stadtwerken München: „Das verbleibende, auf Erdgas fokussierte britische und niederländische Geschäft der Spirit soll mit einer geänderten Strategie weitergeführt und auf die Anforderungen der Energiewende ausgerichtet werden.“ Die Aufsuchung und Erschließung neuer Gasfelder werde nur noch in begrenztem Umfang im britischen Teil der Nordsee stattfinden.

Spirit Energy hielt im Jahr 2020 nach eigenen Angaben in Großbritannien, Norwegen und den Niederlanden knapp 130 Explorationslizenzen und war an 30 produzierenden Feldern beteiligt.

Kritik vom Stadtrat am Engagement in Norwegen

Im Münchener Stadtrat gab es seit geraumer Zeit Kritik am Engagement der Stadtwerke in Sachen Gasförderungen in Norwegen. Das passe nicht zum festgeschriebenen Ziel des kommunalen Unternehmens, bis 2035 Strom und Wärme für seine Kunden klimaneutral zu erzeugen, so der Vorwurf. Darauf verweist auch Stadtwerke-Chef Florian Bieberbach in seinem Statement: Dieser weitere Schritt stehe im Einklang „mit den kürzlich angekündigten Bestrebungen der Stadt München, den Einsatz von Heizöl und Erdgas im Münchener Wärmemarkt stark zu reduzieren.“

Die rund 700 verbleibenden Mitarbeiter von Spirit Energy sollen unter anderem neue Möglichkeiten erschließen, um die vorhandene Infrastruktur für "nachhaltige und klimaschonende Aktivitäten" zu nutzen. Unter anderem soll der Fokus auf blauen Wasserstoff gelegt werden. Dabei wird Wasserstoff aus Erdgas produziert und das anfallende CO2 beispielsweise in ausgeförderten Gaslagerstätten deponiert.
 
Die Förderplattform Statfjord A geht nun in den Besitz von Equinor über.
Quelle: Equinor/Harald Pettersen


 
 

Stefan Sagmeister
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