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Enerige & Management > Glasfaser - Stadtwerke München bauen Glasfasernetz weiter aus
Bild: M-net
GLASFASER:
Stadtwerke München bauen Glasfasernetz weiter aus
Die Stadtwerke München (SWM) setzen gemeinsam mit ihrer TK-Tochter M-net den Glasfaserausbau fort. Bis 2021 sollen knapp 70 % der Münchner Haushalte direkten Zugang zur Glasfaser haben.
 
München startet seinen zweiten Glasfaser-Ausbauschritt: „Weitere 35 000 Gebäude mit über 230 000 Wohneinheiten außerhalb des Mittleren Rings sollen in den kommenden fünf Jahren erschlossen werden“, sagte Münchens 2. Bürgermeister Josef Schmid am 5. Februar im Rathaus bei der Vorstellung der Pläne: „Das kommunale Unternehmen SWM und seine Telekommunikationstochter M-net investieren in den weiteren Ausbau einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag.“ Die Anforderungen an Höhe und Qualität der Bandbreite würden steigen im privaten und gewerblichen Bereich sowie in der Immobilienwirtschaft.
 
Die SWM und M-net haben bereits von 2010 bis Ende 2013 ein Glasfasernetz weitgehend innerhalb des Mittleren Rings verlegt – rund 36 000 Gebäude mit 340 000 Haushalten sowie gut 60 000 Gewerbebetriebe wurden so erschlossen. Es folgten nach Unternehmensaussage im Jahr 2014 Nachverdichtungen sowie Gebäude, die während der Bauphase nicht erschließungsfähig waren, z.B. in der Borstei und im Olympiadorf, im Umgriff der Tunnelbaustelle an der Garmischer Straße oder des ehemaligen ADAC Geländes am Westpark. Bisher haben die SWM in die „Ausbauoffensive Glasfasernetz“ rund 250 Mio. Euro investiert.

Durch den Ausbau sind größtenteils Bandbreiten mit bis zu 100 Mbit/s verfügbar in der bayerischen Landeshauptstadt; in bestimmten Stadtteilen auch bis zu 300 Mbit/s. In München werden die Tiefbauarbeiten zur Verlegung der Glasfaserkabel durch die SWM durchgeführt. M-net wiederum war und ist für die Installation der aktiven Technik, den Betrieb des Netzes und die Bereitstellung der digitalen Dienste verantwortlich.

Der Ausbau wird wieder schrittweise erfolgen, erklärte Florian Bieberbach, Vorsitzender der SWM Geschäftsführung: „Begonnen haben wir in der Innenstadt und den Innenstadtrandgebieten, nun bauen wir ‚den nächsten Ring‘. Dabei werden lokale Spezifika, wie die Gewerbestruktur, Neubaugebiete und bestehende SWM-Infrastruktur mit berücksichtigt. Ebenfalls eine wichtige Rolle spielt natürlich das bei M-net bereits bekannte Kundeninteresse an schnellen Glasfaser-Internetanschlüssen.“ Durch den nächsten Ausbauschritt sollen von 2021 an insgesamt mehr als 570 000 Haushalte sowie etwa 81 000 Gewerbebetriebe in München von einem leistungsfähigen Glasfaser-Internetanschlusses profitieren.
 
In München wurde zuerst vorwiegend innerhalb des Mittleren Rings das Glasfasernetz ausgebaut (in der Grafik orange). Nun sollen weitere Stadtteile folgen (blau hinterlegt).
Grafik: SWM

Die Stadtwerke brauchen den weiteren Ausbau der Glasfaser jedoch ebenfalls, beispielsweise für den flächendeckenden Einsatz von intelligenten Zählern, Smart-Grid-Anwendungen oder Smart-Home-Dienstleistungen. Die SWM verpachtet daher ihre nicht gebrauchten Leitungskapazitäten an ihre TK-Tochter M-net.

Die benötigten Kapazitäten steigen jedoch nicht nur aufgrund neuer smarter Anwendungen in der Energiewirtschaft, sondern vor allem wegen einer Vielzahl von Anwendungen, wie beispielsweise Video-Streaming oder Cloud-Diensten. Ebenso nimmt die Zahl an internetfähigen Endgeräten, wie Tablets oder Smartphones stetig zu. Während in Deutschland 2011 jeder Einwohner über drei internetfähige Geräte verfügte, werden es im Jahr 2016 bereits fünf sein. Im TV-Bereich erfordern mehr digitale Sender sowie neue Formate des digitalen Fernsehens mit höheren Auflösungen (Ultra HD) höhere Bandbreitenkapazitäten.

Laut M-net verdoppelt sich in deren Netzen das Datenaufkommen mittlerweile alle neun Monate, nachdem dies über viele Jahre hinweg im 2-Jahres-Turnus erfolgte. Aufgrund dieser Entwicklung ist sich Jens Prautzsch, Vorsitzender der M-net Geschäftsführung, sicher, dass „langfristig nur ein Glasfaseranschluss im Gebäude (FttB) oder in der Wohnung (FttH) den damit verbundenen Bandbreitenbedarf decken können wird“. Mit dieser auch als Fibre to the Building (FttB) oder Fibre to the Home (FttH) bezeichneten Anschlussvariante ist man nicht mehr auf die „Letzte Meile“ der Telekom angewiesen.

Laut dem Breitbandatlas der Bundesregierung verfügen bundesweit derzeit lediglich 84 % der Haushalte über einen Internetzugang mit einer Bandbreite von 16 Mbit/s oder mehr. Die Breitbandverfügbarkeit ist dabei regional sehr unterschiedlich. Wie der TÜV Rheinland für den Breitbandatlas gemessen hat, werden in Ballungsräumen zwar 95,8 % der Haushalte mit 16 Mbit/s versorgt. In ländlichen Regionen sinkt diese Rate aber deutlich auf 57,3 % ab. Bei 50 Mbit/s liegt die bundesweite Quote bei 68,5 %, in den Ballungsräumen bei 85,3 % und auf dem Land bei mageren 26,1 %. Im europäischen Vergleich der FttB/H-Abdeckungsraten nach Wohneinheiten ist Schweden mit 46,2 % eines der führenden Länder. Mit 2,6 % liegt Deutschland hier deutlich unter dem Durchschnitt von 12,3 %. München belegt in einem deutschen Städtevergleich von 70 Städten den 17. Rang.

TK-Unternehmen M-net
M-net mit Sitz in München besteht seit 1996. Die Gesellschafter des Telekommunikationsanbieters sind die Stadtwerke München GmbH, die Stadtwerke Augsburg Energie GmbH, die Allgäuer Überlandwerke GmbH, die N-Ergie AG, Infra Fürth GmbH sowie die Erlanger Stadtwerke AG. Das Unternehmen versorgt knapp 350 000 Privat- und Geschäftskunden.
 

Heidi Roider
Redakteurin und Chefin vom Dienst
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Freitag, 05.02.2016, 15:05 Uhr

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