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Enerige & Management > Stadtwerke - Stadtwerke kooperieren für Ausbau der Solarenergie
Quelle: E&M / Jonas Rosenberger
STADTWERKE:
Stadtwerke kooperieren für Ausbau der Solarenergie
Drei kommunale Unternehmen, ein Ziel: Die Energieversorgung Limburg und die Stadtwerke in Weilburg und Diez haben eine gemeinsame Gesellschaft zum Ausbau der Solarenergie gegründet.
 
Sie heißt Lahnenergie GmbH und soll schon bald die Energiewende in der Region beschleunigen: Die Energieversorgung Limburg, die Stadtwerke Weilburg und die Stadtwerke haben eine gemeinsame Gesellschaft für den Vertrieb von Photovoltaik-Anlagen ins Leben gerufen. Das operative Geschäft soll zur Jahreswende starten. Angesprochen werden sollen private und gewerbliche Kunden. Das Unternehmen, das seinen Sitz in Limburg haben wird, soll Kauf- und Pachtmodelle bieten.

Die Kosten für den Kauf einer Anlagen sollen zwischen 10.000 und 15.000 Euro liegen. Für die Pacht will man 90 bis 100 Euro berechnen, hinzukommen dann noch die Wartungskosten. Den drei Gesellschaftern geht es dem Vernehmen nach nicht allein um Vertrieb. Vielmehr versprechen sie sich vom Ausbau der Photovoltaik auch eine größere Stabilität für das Stromnetz in der Region, denn geplant ist, die Anlagen zu einem virtuellen Kraftwerk zu koppeln.

Marktanteil von 15 % erwartet

Das Absatzpotenzial ist groß. Wie die Rhein-Zeitung berichtet, kamen die Versorger in einer Marktanalyse zu dem Ergebnis, dass etwa 40 % der Dächer in Limburg, Weilburg und Diez "sehr gut" bis "gut" für eine PV-Anlage geeignet sind. Bereits ausgerüstete Dächer herausgerechnet, ermittelten sie 5.700 potenziell nutzbare Dachflächen. Vor diesem Hintergrund erwarten die Gesellschafter, dass ihr neues Unternehmen in fünf Jahren auf einen Marktanteil von 15 % kommt – nur die Haushalte der Städte betrachtet. Was die Wahl des Stromanbieters angeht, sollen Kunden von Lahnenergie nicht an die kommunalen Unternehmen gebunden sein, sondern freie Wahl haben.

"Wir wollen keinen Wettbewerb verschlechtern. Wir arbeiten mit regionalen Firmen, besonders dem Handwerk, zusammen. Unser Ziel ist die Forcierung einer dezentralen Energieversorgung und die Erreichung der Klimaziele", zitiert die Rhein-Zeitung den Geschäftsführer von Lahnenergie, Marco Stingl.

Der Chef der Stadtwerke Weilburg, Jörg Korschinsky, verwies gegenüber der Lokalpresse darauf, dass der Ausbau von Hochspannungstrassen von Nord nach Süd abgemildert werden könne, wenn die Stromerzeugung vor Ort zunehme. Zwei Jahre haben er und seine Chef-Kollegen Jörg Diez (Limburg) und Peter Keßler (Diez) auf die Gründung der gemeinsamen Gesellschaft dem Vernehmen nach hingearbeitet.
 

Manfred Fischer
© 2022 Energie & Management GmbH
Montag, 19.09.2022, 16:20 Uhr

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