• Wärmewende? Mit Wasserstoff!
  • Umsatz der Energieversorger steigt
  • Niedrigere Temperaturen sorgen für festere Gaspreise
  • EU beschließt Preisdeckel auf Öl und weitere Sanktionen
  • Frisches Kapital für Optimierungsplattform
  • Weltbericht für 2022 sieht erneuerbare Energien vor Kernkraft
  • Dena-Umfrage sieht Sparbereitschaft beim Heizen
  • Australischer Partner für TES-Importterminal in Wilhelmshaven
  • Storengy gründet Joint Venture für Bio-LNG
  • Tschechien plant ersten modularen Kleinreaktor in Europa
Enerige & Management > Mobilität - Stadtwerke Konstanz setzen Bau ihres LNG-Fährschiffes fort
Noch im Bau: das "Fährschiff 14" neben dem Fähanleger im Hafen Konstanz-Staad, Quelle: Stadtwerke Konstanz
MOBILITÄT:
Stadtwerke Konstanz setzen Bau ihres LNG-Fährschiffes fort
Mit Unterstützung einer Projektwerft wollen die Stadtwerke Konstanz das gasbetriebene Neubauschiff "Fährschiff 14" in Eigenregie fertigstellen. Ursprünglich sollte es 2019 fertig sein.
 
Noch liegt die Flüssigerdgas-Fähre der Stadtwerke Konstanz am Bodensee neben dem Fähranleger im Hafen Konstanz-Staad. Noch ist sie nicht fertiggestellt. Das soll nun im ersten Quartal 2023 geschehen, wie die Stadtwerke in einer Mitteilung vom 18. März bekannt geben. 

Bislang war die Zukunft des "Fährschiff 14" ungewiss. Jetzt wollen die Stadtwerke das neue Flottenmitglied in Eigenregie, mit Unterstützung durch die Hamburger Projektwerft Technolog fertig bauen. Grund für die vierjährige Verzögerung war, wie Christopher Pape, Pressereferent der Stadtwerke, im Gespräch mit der Redaktion erklärte, die Covid-19-Pandemie. Im Zuge dieser hat die ursprünglich beauftragte Werft Pella Sietas, ebenfalls aus Hamburg, gestiegene Bau- und Materialkosten geltend gemacht (wir berichteten). Im Sommer vergangenen Jahres musste die Werft schließlich Insolvenz anmelden. Die Arbeiten am Fährschiff 14 ruhten daraufhin.

​Gasantrieb als "Investition in eine klimaneutrale Zukunft"

Wie die Stadtwerke Konstanz unumwunden klarstellen, hat die Insolvenz der Werft auch Auswirkungen auf die Kosten der Fähre. Diese steigen von 20,2 Mio. Euro auf insgesamt 24,7 Mio. Euro. Stadtwerke-Chef Norbert Reuter zeigt sich jedoch überzeugt davon, "dass diese hohe Investition richtig und wichtig ist. Mit diesem Schiff gehen wir einen wichtigen Schritt in Richtung klimaneutrale Zukunft." Er sagt weiter: "Als wir 2014 angefangen haben, einen Nachbau der Motorfähre 'Lodi' mit immerhin 1,5 Megawatt Antriebsleistung zu konzipieren, gab es in diesen Größenordnungen noch keine zulassungsfähigen vollelektrischen Antriebslösungen – geschweige denn die notwendige, landseitige Infrastruktur. Daher war und ist der Gasantrieb eine Investition in eine klimaneutrale Zukunft."

Reuter baut darauf, dass sich in den kommenden Jahren eine Vielzahl an klimaneutralen Energieträgern entwickeln wird und dann auch grünes Methan für die Fähre verfügbar ist. Durch Befüllung mit Bio-LNG ist das Schiff klimaneutral unterwegs.

Aktuell hat die Fähre den Zustand eines fast vollständigen Rohbaus und befindet sich kurz vor der Endmontage. Reuter: "Es müssen letzte Details am Stahlbau fertiggestellt und dann kann mit der Schiffsausrüstung und Anlagentechnik begonnen werden". Die Fähre wird für mehr als 60 Pkw und 700 Passagiere ausgelegt sein. Sie wird optisch der jüngsten Fähre der Stadtwerke, dem Fährschiff "Lodi", ähneln. Einen markanten Unterschied gibt es jedoch: Der Neubau wird einen rund acht Meter hohen Ventilationsmast haben, der Teil der Sicherheitsausstattung bei LNG-Fähren ist. 
 

Davina Spohn
Redakteurin
+49 (0) 8152 9311 18
eMail
facebook
© 2022 Energie & Management GmbH
Freitag, 18.03.2022, 14:35 Uhr

Mehr zum Thema