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Enerige & Management > Beteiligung - Stadtwerke Herne bilden Joint Venture
Bild: Fotolia.com, bluedesign
BETEILIGUNG:
Stadtwerke Herne bilden Joint Venture
Zusammen mit der Eon-Tochter Avacon Natur und dem Essener Unternehmen Fakt Energy Solutions gründen die Stadtwerke Herne die "Shamrock Energie GmbH".
 
Erklärtes Ziel des Gemeinschaftsunternehmens ist die Realisierung einer nachhaltigen Wärme- und Kälteversorgung im Shamrockpark in Herne (Nordrhein-Westfalen). Der Shamrockpark ist ein innenstadtnahes Areal auf einer rund 100.000 m2 großen Fläche. Die RAG AG − ehemals Ruhrkohle AG − hatte dort einst den Sitz ihrer Hauptverwaltung, wie die Stadtwerke Herne mitteilen.

Als neuer Eigentümer transformiere die Fakt Shamrockpark GmbH das Areal zu einem modernen Dienstleistungs- und Wohnpark. "Zusätzlich zur Bestandsbebauung mit rund 50.000 m2 Fläche sind Neubauten in gleicher Größenordnung geplant", so die Stadtwerke auf Nachfrage von E&M. 

Die Geschäftsführung des neuen Joint Ventures „Shamrock Energie GmbH“ wollen sich die Stadtwerke Herne und die Eon-Tochter Avacon Natur gleichberechtigt teilen. Laut den Stadtwerken ist eine reine Management-Gesellschaft geplant, die sich zur Ausübung ihres Geschäftszweckes dritter Dienstleister bedienen will. 

Im Energiekonzept des Quartiers ist die Nutzung industrieller Niedertemperatur-Abwärme des Kraftwerks des Petrochemie-Unternehmens Ineo vorgesehen. Neben den Neubauten sollen auch Bestandsgebäude in das Versorgungsnetz angeschlossen werden. 

​Versorgungsnetz als eine Art thermische Batterie

Zum Einsatz soll eine von Eon entwickelte Technologie namens „ectogrid“ kommen. Wie der Energiekonzern mitteilt, hilft diese dabei, Wärme- und Kältenetze intelligent miteinander zu vernetzen. Das Versorgungsnetz funktioniere dabei wie eine thermische Batterie, in die Bewohner oder Gewerbetreibende Wärme und Kälte einspeisen oder entnehmen. Solarthermie, Grubenwasser, Erdwärme, Abwasser sowie die Abwärme aus einer Backstube oder einem Rechenzentrum als Wärme- oder Kältequellen ließen sich dafür anzapfen.

Bei Bedarf schaltet das System in Gebäuden und Wohnungen installierte Wärmepumpen hinzu. Laut Eon erfolgt die Wärme- und Kälteversorgung aus einem gemeinsamen Netz, das durch niedrige Temperaturen von 6 bis 30 Grad Celsius nur sehr geringe Verteilungsverluste aufweist. Gesteuert wird Ectogrid durch die cloudbasierte Software „ectocloud“, die sich abhängig von Markt-, Umwelt- und Bedarfsdaten stetig weiterentwickelt.

Laut den Stadtwerken Herne erfolgt der Betriebsstart der Energieversorgung noch in diesem Jahr. 
 

Davina Spohn
Redakteurin
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Freitag, 03.04.2020, 16:31 Uhr

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