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Enerige & Management > Stadtwerke - Stadtwerke Heidelberg gewinnen Stadtwerke Award 2019
Bild: Jonas Rosenberger / E&M
STADTWERKE:
Stadtwerke Heidelberg gewinnen Stadtwerke Award 2019
Die Stadtwerke Heidelberg sind die Gewinner des 10. Euroforum Awards 2019, der am 7. Mai im Rahmen der Jahrestagung Stadtwerke 2019 in Berlin verliehen wurde. 
 
Der Award stand 2019 unter dem Thema „Lebens- und Arbeitswelt von morgen“. Mit dem Projekt des Energie- und Zukunftsspeichers treiben die Stadtwerke Heidelberg die Energiewende vor Ort voran und legen den Grundstein für eine dezentrale Energieversorgung von morgen.

Sie entwickelten einen architektonisch außergewöhnlichen und für die Öffentlichkeit als Aussichtspunkt zugänglichen Wärmespeicher: Ein Zweizonenspeicher lagert Wasser aus dem Fernwärmenetz ein, das nach Bedarf eingespeichert und abgerufen werden kann. Das Heizwasser kann auch bei über 100°C eingelagert werden ohne zu verdampfen. Das funktioniert, weil im oberen Teil des Kessels kaltes Wasser für den nötigen Druck sorgt. Das macht das Energiesystem äußerst flexibel und macht Öl und Gas überflüssig, um Kältespitzen zu kompensieren. Die Inbetriebnahme ist gegen Ende 2019 vorgesehen.
 
Eine Computergrafik des Energie- und Zukunftsspeichers, mit dem die Stadtwerke Heidelberg den Stadtwerke Award gewonnen haben.
Foto: Stadtwerke Heidelberg

Das Projekt verbindet Fernwärme, Speicher sowie Versorgung, und möchte auch Bürger beteiligen und den Heidelberger Stadtteil Pfaffengrund städtebaulich aufwerten. Mit diesen Ansätzen beweisen die Stadtwerke Heidelberg ihren besonderen Willen zur Innovation und ihre Zukunftsfähigkeit, hieß es bei der Preisverleihung in Berlin.

Silber für modernes Gemeindeleben

Die Stadtwerke Radolfzell GmbH stellen mit dem Solar-Energiedorf Liggeringen die Infrastruktur für modernes und umweltfreundliches Gemeindeleben zur Verfügung und landeten damit auf dem zweiten Platz. Die Wärmeerzeugung soll in Zukunft teilweise durch eine Freiflächen-Solarthermieanlage und einen Holzhackschnitzelkessel im Rahmen eines Nahwärmenetzes getragen werden.

Dieses Projekt ist für ein KMU eine besondere Herausforderung – zeigt aber, dass die Energiewende durchaus auch von kleinen Stadtwerken in die Breite gebracht werden kann. Doch hier endet die Zukunftsplanung nicht. Weitere geplante Infrastrukturmaßnahmen wie Glasfaserdirektanschluss und moderne Straßenbeleuchtung geben den passenden Rahmen für die Lebenswelten von morgen, in der das Stadtwerk die entscheidende Rolle spielt.

Dritter Platz für Wiesbadener Stadtwerk

Den dritten Platz belegt das Wiesbadener Stadtwerk ESWE Versorgung. Das Unternehmen widmet sich in besonderem Maße ihren älteren Kunden: mit ESWE Familien ASSIST können Senioren lange sicher und selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden leben. Mit diesem „Ambient Assisted Living“ (ALL) Konzept gehen die Stadtwerke eine weitere große Herausforderung der Zukunft an: den demografischen Wandel. Obwohl immer mehr Menschen im Alter zuhause wohnen wollen, bleibt der Bedarf an pflegerischer Betreuung ungedeckt. ALL könnte hier Abhilfe schaffen.

Intelligente Aktivitätssensoren sowie Türkontakte melden den Angehörigen Abweichungen im voreingestellten Tagesprofil. Diese können dann im Bedarfsfall Hilfe leisten. Sie können sich außerdem auf einer App versichern, ob alles in Ordnung ist. ESWE stellt hier die Weichen für einen guten Umgang mit dem demografischen Wandel in der Lebenswelt von morgen.

„Die Entscheidung ist uns in diesem Jahr wirklich schwergefallen“, hatte Ingela Marre, Conference Director bei Euroforum Deutschland und Jury-Mitglied, nach der entscheidenden Sitzung des Auswahlgremiums gesagt. „Die Qualität der eingereichten Projekte der zahlreichen Bewerber war schon beeindruckend“, bestätigte auch Stefan Sagmeister, Chefredakteur von Energie & Management und ebenfalls in der Jury. Die weiteren Mitglieder des neunköpfigen Gremiums:
  • Dirk Bessau, KIC Inno Energy Germany GmbH, Leitung Büro Berlin
  • Peter Birkner, Bergische Universität Wuppertal, House of Energy, Honorarprofessor und Geschäftsführer
  • Heike Heim, DEW21 Dortmunder Energie- und Wasserversorgung GmbH, Vorsitzende der Geschäftsführung
  • Gerhard Holtmeier, Gasag AG, Vorstandsvorsitzender
  • Thomas Kästner, Stadtwerke Schweinfurt GmbH, Geschäftsführer
  • Andreas Mucke, Oberbürgermeister Wuppertal und
  • Robert Thomann, MVV Energie AG, Innovationsmanager.
 

Peter Koller
Redakteur
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Dienstag, 07.05.2019, 16:57 Uhr

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