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Enerige & Management > Strom - Stadtwerk stellt Stromvertrieb ein
Quelle: Pixabay / OpenClipart-Vectors
STROM:
Stadtwerk stellt Stromvertrieb ein
Der kommunale Eigenbetrieb Stadtwerke Elzach liefert ab dem 1. Januar keinen Strom an seine Kunden. Betroffen sind rund 2.000 Abnehmer.
 
Bislang wurden Gaskunden von kommunalen Stadtwerken zu anderen Unternehmen abgeschoben, nun kommt mit den Stadtwerken Elzach ein erster Stromversorger dazu. Das Unternehmen in Baden-Württemberg hat bekannt gegeben, dass es seine „Tätigkeit als Stromlieferant mit Ablauf des 31. Dezember 2022 vollständig einstellen wird“. 

Damit sei das Unternehmen auch nicht mehr Grundversorger in Teilen der Stadt Elzach; die Kunden würden von der Karlsruher EnBW übernommen. Die EnBW ist in den anderen Ortsteilen von Elzach Grundversorger Strom. Die Kunden würden in den EnBW-Grundversorgungstarif überführt, dieser soll aktuell aber doppelt so hoch sein, wie der aktuelle Tarif der Stadtwerke. Betroffen sind laut Mitteilung des kommunalen Eigenbetriebs rund 2.000 Stromkunden in der Region. 

Als Grund für die Einstellung der Stromlieferung nennt der kaufmännische Betriebsleiter Thomas Tränkle, „die dramatischen Preissprünge auf dem Energiemarkt und das enorme Preisrisiko, welches wir als Stromweiterverteiler ohne eigene Erzeugungskapazitäten tragen müssen.“ 

„Unkalkulierbare finanziellen Risiken“

Der Gemeinderat habe deswegen beschlossen, keine „unkalkulierbaren finanziellen Risiken einzugehen“ und den Strommarkt zum 31. Dezember 2022 geordnet zu verlassen. Die Kunden seien per Brief informiert worden. Der Eigenbetrieb der Stadt ist nach Aufgabe des Stromgeschäfts für die Wasserversorgung und das Freibad in der Kommune zuständig.

Die Stadtwerke Elzach sind der erster kommunale Stromversorger, der in jüngster Vergangenheit seine Kunden zu anderen Unternehmen schickt. Kürzlich hatte die niedersächsische Energieversorgung Elbtalaue (EVE) GmbH, ebenfalls ein kommunales Unternehmen, den Ausstieg aus dem Erdgasgeschäft beschlossen und die Verträge der aktuell noch belieferten rund 1.100 Gaskunden gekündigt. 

Die Stadtwerke Flensburg haben am 27. September angekündigt, alle Gaskunden außerhalb Schleswig-Holsteins, rund 45.000 an der Zahl, nicht mehr beliefern zu wollen. Sie müssen sich einen anderen Anbieter suchen.
 
 

Stefan Sagmeister
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Mittwoch, 28.09.2022, 11:20 Uhr

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