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Enerige & Management > Biogas - Stabilisierung nach der Talsohle
Bild: Fotolia.com, Jürgen Fälchle
BIOGAS:
Stabilisierung nach der Talsohle
Die Biogasbranche atmet auf: Es gehen wieder neue Anlagen in Betrieb.
 
Nach Angaben des Fachverbandes Biogas sind im vergangenen Jahr 150 Biogasanlagen neu ans Netz angeschlossen worden. Darunter waren über 130 Gülle-Kleinanlagen. Der restliche Zubau verteilt sich auf Biomethan-Einspeisung, Abfallvergärungsanlagen und landwirtschaftliche Vor-Ort-Verstromungsanlagen.
 
Die neu installierte Leistung war 2015 allerdings mit nur 23 MW nicht groß; das liegt nach Einschätzung des Fachverbandes an dem hohen Anteil kleiner Gülleanlagen. Der Zubau sei der geringste seit Bestehen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) im Jahr 2000. Von den 23 MW seien wiederum nur 12 MW arbeitsrelevant und erzeugten kontinuierlich Strom. Die restlichen 11 MW sind „überbaut“ und stehen als flexible Leistung zur Verfügung, wenn im Stromnetz Bedarf ist.
 
„Das, was wir heute an Zahlen veröffentlichen, ist das sichtbare Ergebnis des EEG 2014“, erklärt Claudius da Costa Gomez, Hauptgeschäftsführer des Fachverbandes Biogas. In der Gesamtbilanz müssten von den 150 neuen Biogasanlagen sogar noch 20 Anlagen (9 MW) abgezogen werden, die 2015 stillgelegt wurden, betont er. Insgesamt gehe der Trend – wie politisch gewünscht – zu mehr Biogas aus Reststoffen und Gülle.

Gülle-Kleinanlagen dominieren
 
Vor allem bei den Gülle-Kleinanlagen sieht der Verband noch erhebliches Ausbaupotenzial: Nur ein Fünftel der anfallenden Gülle werde derzeit in Biogasanlagen vergoren. Neben der Brennstoffgewinnung hätte die Verwertung tierischer Exkremente in Biogasanlagen auch einen weiteren Umwelteffekt: Sie würde zu einer Reduzierung der unkontrollierten Methan-Freisetzung mit einem CO2-Äquivalent von bis zu 21 Mio. t pro Jahr führen.
 
In der Summe beläuft sich die Leistung aller 8 856 deutscher Biogasanlagen (Stand Ende 2015) auf 4 018 MW. Knapp die Hälfte davon – rund 1 800 MW – lässt sich flexibel einsetzen.
 
Für dieses Jahr erwartet der Fachverband Biogas 26 MW im Anlagenneubau, wovon 14 arbeitsrelevant sind und 12 „überbaut“. Wie schon 2015 basiere dieser Zubau vor allem auf Gülle-Kleinanlagen sowie Biomethan-Einspeiseanlagen.
 
Durch das Anfang Juli verabschiedete und im Januar 2017 in Kraft tretende novellierte EEG sieht da Costa Gomez Anlass zu verhaltenem Optimismus: „Das EEG 2017 ist zwar bestimmt nicht das Gesetz, das wir uns gewünscht hätten – aber es lässt doch zumindest wieder eine Zukunftsperspektive für die Branche zu. Jetzt gilt es, die gebotene Chance zu nutzen und dort, wo es möglich ist, bestehende und neue Biogasprojekte effizient umzusetzen.“
 
Für den Hauptgeschäftsführer steht außer Frage, dass die regenerative Energiewende nur mit dem speicherbaren und flexiblen Energieträger Biogas zu schaffen ist. Dies habe die Bundesregierung – wenn auch zunächst widerwillig – nun erkannt. Jetzt müsse die Branche zeigen, dass sie trotz schlechter Rahmenbedingungen effiziente und zukunftsweisende Biogasprojekte umsetzen könne.
 

Armin Müller
Redakteur
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Mittwoch, 03.08.2016, 14:09 Uhr

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