• Notierungen zeigen sich fester
  • Strom überwiegend leichter, CO2 und Gas legen zu
  • EU setzt auf neue "industrielle Revolution"
  • Corona-Delle bei der VSE
  • Mehr Erdwärme für die Wärmewende
  • 50 % Einsparpotential bei Sanierung älterer Wohnhäuser
  • Optimierung von Energiespeichern für Industriebetriebe
  • Siemens Gamesa kann sich in Taiwan durchsetzen
  • EnBW zieht Schlussstrich unter Streit um Russlandgeschäfte
  • Neues Gesetz sieht deutsche Klimaneutralität bis 2045 vor
Enerige & Management > Stromspeicher - Speicherbranche startet optimistisch ins Jahr 2021
Bild: Fotolia.com, Thomas Jansa
STROMSPEICHER:
Speicherbranche startet optimistisch ins Jahr 2021
Der Speicherverband zog trotz der Corona-Pandemie eine positive Bilanz. Die Branche hoffe auf gute Geschäfte im laufenden Jahr und jedes zweite Unternehmen wolle Mitarbeiter einstellen.
 
Der Bundesverband Energiespeicher (BVES) legte am Vortag der Konferenz „Energy Storage Systems 2021“ aktuell Branchenzahlen für das vergangene Jahr vor und sieht positiv ins laufende Jahr.

„Jedes zweite Unternehmen sucht neue Mitarbeiter“, erfuhr Jörg Blaurock, Partner des beauftragten Umfrageunternehmens 3Energie Consulting. Die Energiespeicherbranche war demnach auch 2020 auf Wachstumskurs trotz starker Variationen in einzelnen Segmenten.

„Haushaltsspeicher stiegen stark, Speichersystemleistungen bleiben konstant, Industrie und Gewerbe verzeichneten starken Umsatzrückgang“, erläuterte Blaurock. Trotz der Corona-Pandemie schätzten die meisten Unternehmen das Marktumfeld 2021 gegenüber dem Vorjahr positiver ein, so sein Fazit. Den Einfluss der Pandemie bewerteten 24 % negativ, 34 % positiv und 42 % der Speicherhersteller mit neutralen Auswirkungen.

Fesseln der Regulatorik

BVES-Bundesgeschäftsführer Urban Windelen kritisierte die Politik: „Die ganze Welt setzt auf Speicher, um erneuerbare und die Netze besser zu nutzen, nur in Deutschland denkt man immer noch, ein dickeres Kabel reicht“. Auch die befragten Unternehmen sähen zu 51 % die deutsche Regulatorik als Haupthindernis für ihr Geschäftsfeld. So seien Speicher nur über Ausnahmeregelungen von der Doppelbelastung als Erzeuger und Verbraucher befreit, es gebe keine konsistente Speicherregulatorik.

Zudem sei der Multi-Use durch die Regulatorik stark eingeschränkt. In Deutschland gebe es keinen echten Markt für Blind- oder Regelleistung, daher lohnten sich keine neuen Pumpspeicher. „Speicher könnten so viele Funktionen erfüllen, wie in einem Schweizer Taschenmesser vorhanden sind“, sagte Windelen. Solange die Gesetze sie aber auf eine Funktion beschränkten, könnten sie sich nicht durchsetzen am Energiemarkt.
 
Markterwartungen der Speicherbranche laut Umfrage für 2021 Bild: 3Energy Consulting - Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken.

Verschenkte Potentiale für die Energiewende

Energiespeichersysteme könnten als Booster der Energiewende bei Strom, Wärme, Mobilität in Gebäude, Industrie, Systeminfrastruktur dienen, wenn man sie ließe, appellierte Windelen. Sie seien unverzichtbar, um grünen Strom in die Nacht bringen, hohe Flexibilität bereitzustellen und auf den Punkt die benötigte Leistung liefern. Dies könne in allen Sektoren geschehen von Strom, Wärme und Mobilität für Haushalt, Gewerbe/Industrie ebenso wie für die Systeminfrastruktur.

Wasserstoff sei in allen Segmenten mit ersten kleinen Geschäftsansätzen zu erkennen, sagte Windelen. „Jedoch sind Großprojekte noch stark subventionsgetrieben, erste Kavernenspeicher werden geplant“, resümierte er. Blaurock stellte einen deutlichen Einbruch im Exportgeschäft 2020 wegen der Pandemie fest.

Ein Viertel der Unternehmen rechnet auch für 2021 noch mit einem rückläufigen Auslandsgeschäft um durchschnittlich 30 %, vor allem im Segment der Groß- und Industriespeicher. Gleichzeitig hoffen Dreiviertel der Unternehmen auf Steigerungen im Auslandsgeschäft weltweit.
 

Susanne Harmsen
Redakteurin
+49 (0) 151 28207503
eMail
facebook
© 2021 Energie & Management GmbH
Montag, 15.03.2021, 17:01 Uhr

Mehr zum Thema