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Enerige & Management > Bayern - Spatenstich für grünen Wasserstoff aus Wunsiedel
Beim Spatenstich am 9. Juli waren unter anderem Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Staatsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) vor Ort, Bild: Siemens AG
BAYERN:
Spatenstich für grünen Wasserstoff aus Wunsiedel
Im bayerischen Wunsiedel soll eine der größten CO2-freien Wasserstoffproduktionen in Deutschland entstehen. Ministerpräsident Markus Söder (CDU) gab beim Spatenstich den Startschuss.
 
Die Bauarbeiten im Energiepark Wunsiedel für eines der größten Wasserstoffprojekte in Deutschland sind gestartet. Der Elektrolyseur soll eine Anschlussleistung von 8,75 MW haben. Ab Sommer 2022 sollen dort pro Jahr bis zu 1.350 Tonnen Wasserstoff ausschließlich mit erneuerbarer Energie hergestellt und 13.500 Tonnen CO2 eingespart werden. Dies hat der Siemens-Konzern in einer Unternehmensmitteilung vom 9. Juli bekannt gegeben. 

Hierzu kooperiert Siemens mit dem Lichtenfelser Gaslieferanten Rießner Gase und der Stadtwerke SWW Wunsiedel GmbH. Gemeinsam haben sie die Betreibergesellschaft "WUN H2" gegründet. Siemens und Rießner tragen jeweils 45 % der Kosten, 10 % die SWW. Zur Verteilung der Aufgaben: Siemens Financial Services (SFS), der Finanzarm von Siemens, nimmt die kommerzielle Projektentwicklung und Strukturierung der Finanzierung in die Hand. Der Konzernbereich Siemens Smart Infrastructure (SI) errichtet als Generalunternehmer die Gesamtanlage.

Nutzung von Nebenprodukten der Elektrolyse

Der Elektrolyseur stammt von Siemens Energy. Die Anlage soll, wie es in der Mitteilung heißt, grünen Wasserstoff liefern und zudem vollständig die entstehenden Nebenprodukte Sauerstoff und Abwärme verwenden. Die Anlage arbeitet ohne Chemikalien nach dem PEM-Elektrolyseverfahren. PEM steht für Proton Exchange Membrane. Eine Membran sorgt durch die Diffusion von Protonen für eine Trennung von Wasser in die Gase Wasserstoff und Sauerstoff. Das Verfahren soll im Vergleich zur traditionellen Alkali-Elektrolyse besser mit der stark schwankenden Einspeisung von Wind- und Solarstrom zurechtkommen.

Der Elektrolyseur wird mit dem bereits vorhandenen Batteriespeicher von Siemens und benachbarten Industriebetrieben vernetzt. Diese sollen, wie es heißt, die Abwärme oder den bei der Elektrolyse abgespalteten Sauerstoff nutzen. Die Wasserstoffproduktion wird das bisherige Erneuerbaren-Portfolio der Stadtwerke Wunsiedel ergänzen. Genutzt werden dort bereits Wärme aus einem Biomasseheizkraftwerk und einer Pelletfabrik, die zum Trocknen des Holzes die Wärme aus Erdgas-BHKW verwendet.

Lokale Wertschöpfung anvisiert

Dem Unternehmen Rießner Gase obliegt der Vertrieb und die Stadtwerke sorgen für die lückenlose Einbindung des Wasserstoffs in ihr lokales Energieversorgungskonzept, den sogenannten "Wunsiedler Weg". Dabei handelt es sich um einen Mix aus dezentraler Ressourcennutzung und neuen Technologien. Über die lokale Distribution über Lkw-Trailer soll der Wasserstoff an regionale Endkunden insbesondere in den Regionen Oberfranken, Oberpfalz, Thüringen und Sachsen sowie Westböhmen (Tschechische Republik) geliefert werden. Optional beabsichtigen die Partner auch die Erweiterung um eine öffentliche Wasserstofftankstelle für Lkw und Busse.

Der Wunsiedler Bürgermeister Nicolas Lahovnik (CSU) zeigte sich von dem Leuchtturmcharakter des Projekts überzeugt. "Die Wasserstofftechnologie wird Wunsiedel als Modellstadt der Energiezukunft weit über die Region, ja Bayern hinaus positionieren. Damit schaffen wir neue und nachhaltige Formen der Energienutzung für unsere Bürger." 
 

Davina Spohn
Redakteurin
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Montag, 12.07.2021, 15:47 Uhr

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