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Enerige & Management > Photovoltaik - Solarwirtschaft rechnet mit zweistelligen Wachstumsraten 2021
Quelle: Shutterstock / Frank Oppermann
PHOTOVOLTAIK:
Solarwirtschaft rechnet mit zweistelligen Wachstumsraten 2021
Zur Eröffnung der Messe „The Smarter E Europe − Restart 2021“ in München blickt Deutschlands Solarwirtschaft optimistisch in die Zukunft und hofft auf politische Verbesserungen.
 
Zum Restart der bis zum Freitag dauernden Messe „The Smarter E Europe“ stellte der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) aktuelle Branchenzahlen vor. Die Investitionsbereitschaft in Photovoltaik und Speicher wachse seit Jahren kräftig. Für 2021 rechnet der BSW erneut mit Wachstumsraten von 10 bis 15 %.
„Wachsende Märkte und ein deutlich gestiegenes Klimaschutzbewusstsein bei Verbrauchern, Wirtschaft und auch in der Politik stimmen zuversichtlich“, stellte Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW fest.

„Wir erwarten, dass die nächste Bundesregierung die Solarisierung deutlich beschleunigen wird“, ergänzte er. Nur mit mehr erneuerbarem Strom seien die ehrgeizigen Klimaschutzziele zu erreichen. Getrieben werde die Solartechnik-Nachfrage zunehmend auch durch die Verbreitung der Elektromobilität. So würden immer mehr Elektroautofahrer auch mit der eigenen PV-Anlage und einer Speicherbatterie zu 80 % ihren Strom selbst erzeugen und könnten bei optimaler Steuerung die Kosten auf 15 Cent/kWh senken, statt 32 Cent aus dem Netz.

Neue Bundesregierung soll "Solarturbo" zünden

Die neue Bundesregierung solle schon in den ersten hundert Tagen nach der Regierungsbildung wichtige Maßnahmen ergreifen. Sie solle Investitionsbarrieren und Förderdeckel beseitigen und das Erneuerbare-Energien-Gesetz an die jüngst verschärften Klimaziele anpassen. Diese seien nur erreichbar, wenn die in Deutschland installierte Solarstromleistung bis zum Ende der Legislaturperiode in etwa verdoppelt werde, sagte Körnig.

Dies erfordere mindestens eine Verdreifachung des PV-Ausbautempos gegenüber heute und eine konsequente Mobilisierung von Gebäuden und Freiflächen für die Solarenergie-Erzeugung. Die Kapazität der Speicher müsse sich bis 2030 verzehnfachen, sagte Körnig. In Deutschland sind bereits über 4,5 Mio. Solaranlagen zur Strom- oder Wärmeerzeugung und über 375.000 Solarstromstromspeicher im Betrieb. Gemeinsam sparen sie jährlich nahezu 40 Mio. Tonnen Kohlendioxid ein, berichtete der BSW-Chef.
 
Notwendige Ausbauraten für Photovoltaikanlagen für die neuen Klimaschutzziele bis 2030
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Quelle: BSW

Solarproduktion kehrt nach Deutschland zurück

Erfreut zeigte sich der BSW auch über jüngste Investitionen in die Erweiterung und in neue Solarfabriken in Deutschland. Greentech sei neben der Digitalisierung die Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts und die Resilienz des Wirtschaftsstandorts Deutschland könne mithilfe erneuerbarer Energien deutlich gestärkt werden. Allerdings müssten dafür Fesseln im Bereich der Solaranlagen auf Gewerbeimmobilien und im Mieterstrombereich gelöst werden. „Es ist nicht einzusehen, dass der Eigenheimbesitzer für seinen selbst verbrauchten Strom keine Umlage nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz zahlen muss, der Gewerbetreibende oder Mieter aber schon“, kritisierte Körnig.

Für den weiteren Ausbau der Solaranlagen müsse die Standort-Kulisse für Freiflächen-Anlagen ausgeweitet werden und durch Digitalisierung und Vereinfachung die Genehmigung beschleunigt werden. Körnig zeigte sich optimistisch, dass dank sinkender Kosten zunehmend förderfreie Photovoltaik-Projekte in der Direktvermarktung (PPA) entstehen. Aber auch Gebäude sollten fit für Solarenergie gemacht werden und öffentliche Liegenschaften dabei voran gehen. Insgesamt müsse das Strommarktdesign auf eine überwiegend erneuerbare Versorgung ausgerichtet werden und Speicherflexibilität etablieren, fordert der BSW.

Zudem müsse die Bundesregierung in das Image und die Aus- und Weiterbildung von Fachkräften investieren, damit sowohl im Bereich der Gebäudetechnik wie auch der energetischen Sanierung die anstehenden Aufgaben gemeistert werden könnten. Zur ersten Messe in München nach der Covid-19-Pandemie reisen über 400 Aussteller und rund 20.000 Besucher aus aller Welt an.
 

Susanne Harmsen
Redakteurin
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Mittwoch, 06.10.2021, 16:23 Uhr

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