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Energie & Management > Stromnetz - Söder: Stromtrassen künftig mehr überirdisch 
Der Südostlink bleibt unter der Erde: Die Kabel sind schon fertig und warten im Regensburger Hafen darauf, vergraben zu werden. Foto: E&M / Drewnitzky
Stromnetz

Söder: Stromtrassen künftig mehr überirdisch 

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) leitet beim Bau neuer großer Stromtrassen einen Kurswechsel ein.
Neue Höchstspannungstrassen, die bereits so geplant sind, wie Südlink und Südostlink, sollen weiterhin unter der Erde verlegt werden. Für kommende neue große Gleichstromleitungen soll aber der Grundsatz gelten: deutlich mehr überirdisch statt unterirdisch. Das kündigte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am 12. Juni in einer Regierungserklärung im Landtag in München an. „Überirdisch wo möglich, unterirdisch wo nötig“, sagte er. Das werde den Bau neuer Trassen schneller und billiger machen.

Damit rückt Söder von einem zentralen Punkt der Politik seines Vorgängers Horst Seehofer ab. Dieser hatte Widerstand vor Ort gegen die „Monstertrassen“ einst mit einer Forcierung von Erdverkabelung brechen wollen. Geworden ist daraus nichts: Es gab weiter massiven Widerstand in Form von Einsprüchen und Klagen gegen die Projekte. Zudem erhebliche Kostensteigerungen und Verzögerungen.

So wird der Südlink, der Windkraftstrom über eine Strecke von 700 Kilometern von Schleswig-Holstein nach Baden-Württemberg und Bayern bringen soll, mit 10 Milliarden Euro dreimal so teuer wie ursprünglich geplant. Zudem verzögert sich die Inbetriebnahme durch die nötigen Umplanungen um mindestens sechs Jahre. Eigentlich hätte die Trasse, mit der zusammen 4.000 MW übertragen werden können, zur Abschaltung der letzten Kernkraftwerke 2022 fertig sein sollen, um Ersatzstrom zu liefern. Jetzt ist von 2028 die Rede.

Weitere Punkte im Landtag zur Energiepolitik: Mehr als 85 Wasserkraftwerke im Freistaat sollen ab 2030 nach und nach wieder in bayerische Hand kommen. Dazu werde der Freistaat sogenannte Heimfallrechte in alten Verträgen ziehen, kündigte Söder an.

Für die Genehmigung von Windparks sollen künftig zentral die Bezirksregierungen zuständig sein. Und um den raschen Anschluss Bayerns an Wasserstoffnetze aus Nord und Süd sicherzustellen, will sich der Freistaat an der Ferngas GmbH beteiligen. „Der Grundsatz lautet: Heimatnetze in Heimathand“, sagte Söder.

Donnerstag, 13.06.2024, 10:47 Uhr
Gnter Drewnitzky / dpa
Energie & Management > Stromnetz - Söder: Stromtrassen künftig mehr überirdisch 
Der Südostlink bleibt unter der Erde: Die Kabel sind schon fertig und warten im Regensburger Hafen darauf, vergraben zu werden. Foto: E&M / Drewnitzky
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Söder: Stromtrassen künftig mehr überirdisch 
Ministerpräsident Markus Söder (CSU) leitet beim Bau neuer großer Stromtrassen einen Kurswechsel ein.
Neue Höchstspannungstrassen, die bereits so geplant sind, wie Südlink und Südostlink, sollen weiterhin unter der Erde verlegt werden. Für kommende neue große Gleichstromleitungen soll aber der Grundsatz gelten: deutlich mehr überirdisch statt unterirdisch. Das kündigte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am 12. Juni in einer Regierungserklärung im Landtag in München an. „Überirdisch wo möglich, unterirdisch wo nötig“, sagte er. Das werde den Bau neuer Trassen schneller und billiger machen.

Damit rückt Söder von einem zentralen Punkt der Politik seines Vorgängers Horst Seehofer ab. Dieser hatte Widerstand vor Ort gegen die „Monstertrassen“ einst mit einer Forcierung von Erdverkabelung brechen wollen. Geworden ist daraus nichts: Es gab weiter massiven Widerstand in Form von Einsprüchen und Klagen gegen die Projekte. Zudem erhebliche Kostensteigerungen und Verzögerungen.

So wird der Südlink, der Windkraftstrom über eine Strecke von 700 Kilometern von Schleswig-Holstein nach Baden-Württemberg und Bayern bringen soll, mit 10 Milliarden Euro dreimal so teuer wie ursprünglich geplant. Zudem verzögert sich die Inbetriebnahme durch die nötigen Umplanungen um mindestens sechs Jahre. Eigentlich hätte die Trasse, mit der zusammen 4.000 MW übertragen werden können, zur Abschaltung der letzten Kernkraftwerke 2022 fertig sein sollen, um Ersatzstrom zu liefern. Jetzt ist von 2028 die Rede.

Weitere Punkte im Landtag zur Energiepolitik: Mehr als 85 Wasserkraftwerke im Freistaat sollen ab 2030 nach und nach wieder in bayerische Hand kommen. Dazu werde der Freistaat sogenannte Heimfallrechte in alten Verträgen ziehen, kündigte Söder an.

Für die Genehmigung von Windparks sollen künftig zentral die Bezirksregierungen zuständig sein. Und um den raschen Anschluss Bayerns an Wasserstoffnetze aus Nord und Süd sicherzustellen, will sich der Freistaat an der Ferngas GmbH beteiligen. „Der Grundsatz lautet: Heimatnetze in Heimathand“, sagte Söder.

Donnerstag, 13.06.2024, 10:47 Uhr
Gnter Drewnitzky / dpa

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