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Enerige & Management > Österreich - Smart-Meter-Rollout abgeschlossen
Bild: Fotolia.com, YuI
ÖSTERREICH:
Smart-Meter-Rollout abgeschlossen
Die Netz Oberösterreich hat 99 % ihrer Kunden mit den digitalen Messgeräten ausgestattet. Als erster Netzbetreiber hat sie damit den vorgeschriebenen Ausrollungsgrad von 95 % erreicht.
 
Als erster österreichischer Verteilernetzbetreiber hat die Netz Oberösterreich die flächendeckende Ausstattung ihrer Kunden mit digitalen Stromzählern (Smart Metern) nahezu abgeschlossen. Mit 651.400 Smart Metern sei ein Ausrollungsgrad von rund 99 % erreicht. Somit habe die Netz Oberösterreich „die gesetzlichen Vorgaben fristgerecht erfüllt“, heißt es in einer Mitteilung.

Laut geltender Rechtslage sind die Verteilernetzbetreiber verpflichtet, bis Ende 2022 bei mindestens 95 % ihrer Kunden Smart Meter zu installieren. „Die restlichen zum Vollausbau fehlenden Zähler werden in den kommenden Jahren durch digitale Stromzähler ersetzt“, meldete das Unternehmen. Seinen bisherigen Aufwand für den Smart-Meter-Roll-out bezifferte es mit rund 160 Mio. Euro.

Die Netz Oberösterreich ist die Netzgesellschaft der Energie AG Oberösterreich. Sie hat bereits vor zwölf Jahren mit der Installation digitaler Stromzähler bei ihren Kunden begonnen. Federführend war der heutige Generaldirektor der Energie AG, Werner Steinecker.

Installiert werden die Geräte zumeist in der sogenannten „Standardkonfiguration“. In dieser misst das Gerät einmal pro Tag den Zählerstand und leitet diesen an die Netz Oberösterreich weiter. Lediglich 5.185 Kunden nutzten bislang ihr Recht auf „Opt-out“ vom Smart Metering. Dabei werden zwar digitale Stromzähler installiert, Funktionen wie die Fernablesung und die Fernabschaltung jedoch deaktiviert. Das Recht auf einen analogen Stromzähler (Ferrariszähler) haben die Kunden nach gängiger Auslegung der Rechtslage nicht.

Datenübertragung per Stromleitung

Auf Wunsch der Kunden können die digitalen Stromzähler auch in einer Konfiguration installiert werden, die den Strombedarf viertelstundengenau erhebt und an die Netz Oberösterreich meldet. Notwendig ist dies beispielsweise, wenn Kunden Photovoltaik-Anlagen betreiben und den von ihnen nicht benötigten Strom ins Netz einspeisen. Auch für die Teilnahme an Gemeinschaftsanlagen sowie künftig an Energiegemeinschaften wird die viertelstündliche Verbrauchseinhebung benötigt.

Zur Datenübertragung nutzt die Netz Oberösterreich ihre Stromleitungen. Ausdrücklich betonte das Unternehmen die Sicherheit dieser Art der Datenkommunikation. Diese erfolge verschlüsselt unter Einhaltung sämtlicher Datenschutzvorschriften. Ein Rückschluss auf die verwendeten elektrischen Geräte sowie die Art ihrer Nutzung sei nicht möglich. Die Weitergabe von Verbrauchsdaten an Dritte, etwa Energielieferanten, erfolge ausschließlich auf Basis der Zustimmung der Kunden: „Wir wissen, dass Datenschutz unseren Kunden besonders wichtig ist“, betonte Geschäftsführer Manfred Hofer.

Zu den Vorreitern bei der Smart-Meter-Installation gehört neben der Netz Oberösterreich die Netz Burgenland. Sie hat derzeit rund 88 % ihrer Kunden mit den digitalen Stromzählern ausgestattet und geht davon aus, den Roll-out 2021 abschließen zu können.
 
 

Klaus Fischer
© 2020 Energie & Management GmbH
Dienstag, 29.09.2020, 13:23 Uhr

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