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Enerige & Management > Personalie - SMA Solar: Verluste und Weggang des Finanzvorstandes
Quelle: Shutterstock / Monster Ztudio
PERSONALIE:
SMA Solar: Verluste und Weggang des Finanzvorstandes
Eigentlich geht es PV-Herstellern blendend. SMA Solar geht es dagegen schlecht. Jetzt geht der CFO. Die Nachfolgerin ist schon ernannt, aber sie kommt erst in gut einem halben Jahr.
 
Inmitten eines Hochs für die globale Photovoltaik-Branche, von der die gerade zu Ende gegangene Messe Intersolar zeugt und von der auch Zulieferer profitieren, schreibt der deutsche Wechselrichter-Hersteller SMA Solar Technology AG rote Zahlen. Ein Umschwung ist nicht in Sicht.

Von Juni bis November wird das S-Dax-Unternehmen obendrein nur übergangsweise einen Finanzvorstand (CFO) haben: Amtsinhaber Ulrich Hadding, der auch Personal und Recht verantwortet, scheidet "auf eigenen Wunsch" zum 31. Mai aus dem Unternehmen aus. Seine am 19. Mai verkündete Nachfolgerin Barbara Gregor aber tritt erst am 1. Dezember an. Bis dahin soll Thomas Pixa, Executive Vice President Finance, als Interimsvorstand das Finanzressort vertreten.

Schrumpfkurs und rote Zahlen

Die bevorstehende Vakanz trifft das Unternehmen zu einem ungünstigen Zeitpunkt: 2021 rutschte es in einen Konzernverlust von 23 Mio. Euro, während 2020 noch ein Gewinn von 28 Mio. Euro in den Büchern gestanden hatte. Mehr noch: Während andere PV-Unternehmen wachsen, schrumpfte SMA Solar: Der Umsatz sackte 2021 unter die Milliarde auf 984 Mio. Euro. Für 2022 erwartet der Vorstand 900 bis 1.050 Mrd. Euro. Euro, das heißt, es kann weiter nach unten gehen oder wieder nach oben. Zur Begründung verwies der Vorstand mehrmals auf den globalen Chipmangel, der Lieferketten unterbreche.

Der operative Gewinn (vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen) sackte 2021 gegenüber dem Vorjahr - vor allem durch die außerordentliche Kündigung eines verlustbringenden Servicevertrags (O&M) für PV-Anlagen in den USA - gegenüber 2020 von +72 auf +9 Mio. Euro ab - zwei Monate vor der Veröffentlichung waren noch +20 bis +30 Mio. Euro prognostiziert worden. Für 2020 wird ein Ebitda zwischen +10 und +60 Mio. Euro erwartet.

Im ersten Quartal diesen Jahres erlöste das Unternehmen nach eigenen Angaben gut 8 % weniger als von Januar bis März 2021, nämlich 221 Mio. Euro. Im Konzern war man mit 3 Mio. Euro immerhin wieder in den schwarzen Zahlen.

Laut Wiwo ist es SMA bisher nicht gut genug gelungen, sich vom Hersteller von Wechselrichtern und ein bisschen mehr zum PV-Systemanbieter zu entwickeln − wie das etwa Solar Edge praktiziert hat.

​Der scheidende und die künftige CFO

Der scheidende CFO Hadding dagegen sieht SMA Solar „hervorragend aufgestellt, die Chancen des Wachstums der erneuerbaren Energien zu nutzen“. Er wechselt zu einer unbekannten neuen beruflichen Position und wurde mit Dank und guten Wünschen verabschiedet. Hadding war seit 2017 CFO gewesen.

Seine Nachfolgerin Gregor ist derzeit noch kaufmännische Geschäftsführerin (CFO) des Teilkonzerns Thyssen Krupp Materials Trading. Ihre Erfahrungen in Turnaround Management, strategischer Geschäftsentwicklung und in internationalen Mergers & Acquisitions dürften SMA noch nützlich sein.
 

Georg Eble
Redakteur
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Freitag, 20.05.2022, 15:28 Uhr

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