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Enerige & Management > Windkraft - Siemens weiht Offshore-Fabrik in Cuxhaven ein
Bild: Siemens
WINDKRAFT:
Siemens weiht Offshore-Fabrik in Cuxhaven ein
Siemens Gamesa hat in Cuxhaven mit einem Festakt eine neue Offshore-Fabrik der Öffentlichkeit vorgestellt.
 
Einen besseren Anlass für seine Forderung an die Bundesregierung hätte sich Michael Sen nicht aussuchen können: „Wir brauchen höhere Ausbauziele bei der Offshore-Windenergie“, insistierte Siemens-Konzernvorstand Michael Sen anlässlich der Einweihungsfeier der neuen Offshore-Windfabrik von Siemens Gamesa in Cuxhaven. Der bei Siemens für Energiefragen zuständige Sen schloss sich mit seiner Forderung nahtlos an die Worte von Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) an: „Wir werden in Berlin noch darüber zu reden haben, wie wir zu einem kontinuierlichen Zubau auf See kommen.“
 
Unzufrieden zeigte sich Weil, dass im angekündigten, vorerst auf die Zeit nach der parlamentarischen Sommerpause 100-Tage-EEG-Gesetz die Sonderausschreibungen für die Windkraft an Land, die Photovoltaik sowie die Offshore-Windenergie nicht berücksichtigt worden sind: „Darüber bin ich schon irritiert“, sagte Niedersachsens Regierungschef, der beim Koalitionsvertrag zwischen Union und Sozialdemokraten das Energie-Kapitel mitverhandelt hatte, gegenüber E&M. Die Sonderausschreibungen müssen kommen, da sie Teil des vereinbarten Koalitionsziels seien, den Anteil der Ökostromerzeugung bis zum Jahr 2030 auf 65 % auszubauen: „Wenn diese Bundesregierung eine gute Energiepolitik machen will, ist es wichtig und unverzichtbar, die Vereinbarungen aus dem Koalitionsvertrag umzusetzen.“
 
Daran hat auch der Siemens-Konzern mit seiner Windtochter Siemens Gamesa Renewable Energy ein hohes Interesse. Rund 200 Mio. Euro hat der Technologiekonzern in das neue Produktionswerk in Cuxhaven investiert – das erste neue Siemens-Werk auf deutschen Boden nach 25 Jahren. Nach Worten von Andreas Nauen, dem für das Offshore-Windgeschäft zuständigen Vorstand von Siemens Gamesa, ist das neue Werk bereits bis 2020 ausgelastet. Neben Aufträgen aus Deutschland, Großbritannien, den Niederlanden und Dänemark hat Siemens Gamesa jüngst auch die ersten Aufträge für Projekte aus Taiwan erhalten: „Diese Anlagen werden hier in Cuxhaven gebaut“, betonte Nauen. Der langjährige Windmanager zeigte sich zufrieden, dass die Nutzung der Offshore-Windenergie nicht mehr länger allein auf Nordeuropa begrenzt ist. „Wir sehen Zukunftsmärkte in Japan, Indien, Vietnam, aber auch in der Türkei und in Polen.“
 
Nach einen Angaben fertigt Siemens Gamesa in Cuxhaven „eine dreistellige Anzahl“ von Windturbinen, womit nach Angaben von Branchenkennern wohl eine Kapazität von etwa 2 000 MW Leistung verbunden ist. Diesen Output kann Siemens aber noch erhöhen. Die derzeit 600 Mitarbeiter arbeiten im Zwei-Schicht-Betrieb. „Sollte es zu einer dritten Schicht und den damit verbundenen Neueinstellungen kommen, erreichen wir wohl etwa die ursprünglich angekündigte Zahl neuer Arbeitsplätze von 1 000“, zeigte sich Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste, durchaus zufrieden. In der zurzeit „darbenden Windbranche“, so der Gewerkschafter, „ist Cuxhaven derzeit ein Leuchtturm für uns.“
 

Ralf Köpke
© 2019 Energie & Management GmbH
Dienstag, 05.06.2018, 17:00 Uhr

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