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Enerige & Management > Stromspeicher - Siemens plant 100-MW-Batteriespeicher in Bayern
Quelle: E&M/Jonas Rosenberger
STROMSPEICHER:
Siemens plant 100-MW-Batteriespeicher in Bayern
Einer der leistungsfähigsten Batteriespeicher Europas soll im oberfränkischen Wunsiedel entstehen. Eine entsprechende Vereinbarung haben die Projektpartner jetzt unterschrieben.
 
Siemens und die Zukunftsenergie Nordostbayern GmbH (ZENOB) haben eine Absichtserklärung zur schlüsselfertigen Errichtung eines Batteriespeichers mit einer Leistung von 100 MW in Wunsiedel unterzeichnet.

Die Anlage mit einer Speicherkapazität von 200 MWh soll zur Nutzung überschüssiger erneuerbarer Energie beitragen und Bedarfsspitzen im Stromnetz abdecken. Der Lithium-Ionen-Speicher entsteht, wie es in einer Unternehmensmitteilung heißt, auf einer Fläche von 5.000 Quadratmetern. Er soll vom Hersteller Fluence geliefert werden, einem Joint Venture von Siemens und dem amerikanischen Stromproduzenten "The AES Corporation". Siemens übernimmt die Projektleitung inklusive eines technischen Umsetzungskonzepts sowie den Bau einer Mittelspannungsschaltanlage und die Hochspannungsnetzanbindung.

"Stromspeicher sind ein wichtiger Baustein für die Gestaltung der Energiezukunft", betonte Marco Krasser, Geschäftsführer der Stadtwerke Wunsiedel (SWW), einem der Partner in der Zenob, anlässlich der Unterzeichnung der Vereinbarung. "Sie können dazu beitragen, das Netz zu stabilisieren und die erneuerbare Erzeugung besser auszunutzen. Durch die intelligente Speichertechnik wird die lokale und überregionale Bereitstellung von Ökostrom erhöht."

In dem geplanten System können große Mengen grünen Stroms ein- und ausgespeichert werden, die damit nicht mehr abgeregelt werden müssen. Teure Spitzenlasten lassen sich vermeiden und über den Speicher abfedern. "Davon profitiert auch der vorgelagerte Netzbetreiber, weil er dadurch mehr Flexibilität zum Ausgleich von Spannungsschwankungen erhält, die durch den Ausbau der erneuerbaren Energieerzeugung vermehrt auftreten", erklärte Bernd Koch, Cheftechnologe Energy Performance Services bei Siemens Smart Infrastructure. Für den Netzbetreiber verspreche die Lösung eine wesentliche Entlastung.

"Das Ein- und Ausschalten der großen Industrieanlagen im Netzgebiet braucht sehr viel Strom", so Projektleiter Andreas Schmuderer. "Dafür musste der Netzbetreiber bisher erhebliche Reserven vorhalten. Fallen diese in Zukunft weg, birgt das ein großes Potenzial zur Reduzierung der Kohlendioxidemissionen auf dem lokalen Energiemarkt."

Erst vor wenigen Tagen war in der Fichtelgebirgsstadt Wunsiedel Baubeginn für ein anderes Erneuerbare-Energien-Großprojekt: Ebenfalls mit der Firma Siemens und dem Gaslieferanten Rießer, die die Hauptkosten tragen, will SWW im Energiepark einen Elektrolyseur mit einer Leistung von 8,75 MW bauen. Ab Sommer 2022 sollen damit jährlich 1.350 Tonnen Wasserstoff ausschließlich aus regenerativen Energien gewonnen werden. Auch das ein Projekt der Superlative.
 

Günter Drewnitzky
Redakteur
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Montag, 19.07.2021, 16:36 Uhr

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