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Enerige & Management > Wasserstoff - Siemens Energy baut ab 2023 Elektrolyseure in Berlin
Quelle: iStock / Frank Harms
WASSERSTOFF:
Siemens Energy baut ab 2023 Elektrolyseure in Berlin
Die Fertigung von Elektrolyseuren für grünen Wasserstoff im industriellen Maßstab soll am Berliner Standort von Siemens Energy erfolgen. 2023 sei Produktionsstart in einer neuen Anlage.
 
Siemens Energy wird die industrielle Produktion von Elektrolysemodulen in Berlin ansiedeln. Der Produktionsbeginn am Standort an der Huttenstraße in Berlin Moabit ist für 2023 vorgesehen. Die Elektrolyseure im Gigawattmaßstab sollen grünen Wasserstoff aus erneuerbarem Strom produzieren. In Berlin könne die Infrastruktur einer bereits vorhandenen Halle genutzt werden, sowie das Know-how der aktuellen Gasturbinenproduktion, teilte das Unternehmen mit.

In den kommenden Monaten entstünden auf rund 2.000 m2 für rund 30 Mio. Euro neue Fertigungslinien für die zukunftsweisende Technologie. Die derzeit schon am Standort gefertigten effizienten Gasturbinen können bereits mit bis zu 50 % Wasserstoff betrieben werden. Bis zum Jahr 2030 soll ein kompletter Wasserstoffbetrieb möglich sein, um keine Treibhausgase mehr auszustoßen. So liefere Siemens Energy einen wichtigen Baustein für eine sichere und erfolgreiche Energiewende.

Serienfertigung ist Voraussetzung für Wirtschaftlichkeit
 
Thomas Bagus (links) wird die industrielle Fertigung der Elektrolyseure bei Siemens Energy leiten. Derzeit plant er mit seinem Team die letzten Details zur Einrichtung der Fertigungshalle am Standort in Berlin.
Quelle: Siemens Energy

Christian Bruch, Vorstandsvorsitzender von Siemens Energy, erläuterte: "Mit der neuen Fertigung für Elektrolyseure tragen wir dazu bei, Wasserstoff schneller wettbewerbsfähig zu machen." Wasserstoff sei ein wichtiger Bestandteil der zukünftigen Energiewelt. Damit dieser Bereich wirtschaftlich tragfähig wird, müssten die Herstellungskosten für Elektrolyseure durch automatisierte Serienfertigung deutlich verringert werden.

Künftig werden in Berlin die einzelnen Elektrolysezellen hergestellt und zu funktionstüchtigen Modulen, den sogenannten Stacks, verbunden. Diese werden dann, entsprechend der benötigten Leistung, zu größeren verfahrenstechnischen Einheiten zusammengesetzt. In Deutschland werde dieser letzte Schritt am Standort Mülheim an der Ruhr (Nordrhein-Westfalen) erfolgen, der mit der Berliner Fabrik eng verbunden ist und diese hervorragend ergänze.

Entscheidung für PEM-Elektrolyse ohne Chemikalien

Siemens Energy setzt auf die sogenannte PEM-Elektrolyse (Proton Exchange Membrane), bei der Wasser mithilfe von Strom aus erneuerbaren Energien an einer protonendurchlässigen Membran in Wasserstoff und Sauerstoff getrennt wird. Das Verfahren zeichnet sich laut Siemens Energy unter anderem durch einen hohen Wirkungsgrad, hohe Produktgasqualität und zuverlässigen Betrieb ohne Chemikalien oder Verunreinigungen aus.

Die neueste und leistungsfähigste Produktlinie der PEM-Elektrolyse von Siemens Energy sei für Anwendungen bis in den höheren dreistelligen Megawatt-Bereich optimiert, sodass mit Systemen dieser Größe mehrere Tonnen grüner Wasserstoff pro Stunde produziert werden können. Die Fertigung der Elektrolyseure werde zu 100 % mit Strom aus erneuerbaren Energien versorgt werden, kündigte Siemens Energy an.

Wasserstoff kann als Speichermedium dienen sowie als Grundstoff für weitere Applikationen, etwa synthetische Kraftstoffe. Wasserstoff-Moleküle können aber auch direkt als Energieträger bei der bislang gasbetriebenen Strom- und Wärmeerzeugung genutzt werden. Im Zusammenspiel mit einem massiven Ausbau erneuerbarer Energien könne so die Energiewende zur klimaneutralen Wirtschaft gelingen.
 

Susanne Harmsen
Redakteurin
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Donnerstag, 31.03.2022, 12:19 Uhr

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