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Enerige & Management > Stromnetz - Siemens baut zwei Konverterstationen für Südlink
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STROMNETZ:
Siemens baut zwei Konverterstationen für Südlink
Mit der Auftragsvergabe für zwei Konverterstationen für die Gleichstromverbindung Südlink hat das Netzausbauprojekt einen weiteren wichtigen Schritt gemacht. 
 
Die beiden verantwortlichen Übertragungsnetzbetreiber Tennet und Transnet BW haben den Auftrag zum Bau von zwei Konverterstationen für Südlink in Brunsbüttel und Leingarten/Großgartach gemeinsam an Siemens vergeben. Das Vergabevolumen für beide Anlagen liegt bei mehreren Hundert Millionen Euro. 

Südlink ist eine rund 700 Kilometer lange Hochspannungs-Gleichstromtrasse, die Windkraftstrom aus Schleswig-Holstein nach Bayern und Baden-Württemberg bringen soll. Sie besteht aus zwei zum großen Teil parallel verlaufenden Erdkabelstrecken. Der Termin für die Fertigstellung ist unklar: Neben dem zuletzt anvisierten Fertigstellungsjahr 2026 ist im Anfang Mai veröffentlichten zweiten Entwurf des Netzentwicklungsplans auch das Jahr 2028 aufgeführt.

Die aktuelle Vergabe bezieht sich auf die im Bundesbedarfsplangesetz als Vorhaben 3 bezeichnete Maßnahme, teilten die Übertragungsnetzbetreiber mit. Für das Vorhaben 4 mit den Konverterstationen in Wilster in Schleswig-Holstein und Bergrheinfeld in Bayern wurde ein separates Ausschreibungsverfahren gestartet, das bis Mitte 2022 abgeschlossen sein soll.

Jedes der beiden Gleichstromvorhaben hat eine Übertragungskapazität von 2.000 Megawatt. An den jeweiligen Endpunkten der beiden Verbindungen wird je eine Konverterstation zur Umwandlung von Gleichstrom in Wechselstrom und umgekehrt benötigt. Tennet ist bei Südlink für den nördlichen Abschnitt und die Konverterstationen in Schleswig-Holstein und Bayern zuständig. In den Zuständigkeitsbereich von Transnet BW fallen der südliche Abschnitt und die Konverterstation in Baden-Württemberg.

Die Hochspannungsgleichstromübertragung (HGÜ) erlaubt es, Strom über weite Strecken effizienter zu transportieren, indem Lastflüsse besser gesteuert und Übertragungsverluste gering gehalten werden. Um Gleichstromverbindungen wie Südlink in das bestehende Wechselstromnetz zu integrieren, sind aber Konverterstationen an den Start- und Endpunkten notwendig. 

Die Konverter werden als sogenannter Rigid Bipol mit einer Nennwirkleistung von 2.000 MW bei einer Nenngleichspannung von ±525 kV ausgeführt. Dabei kommt die modulare Multilevel-Converter-Technologie (MMC) mit Halbbrücken-Submodulen zum Einsatz, durch die elektrische Verluste signifikant reduziert werden können.

Dank VSC-Technologie (Voltage-Sourced Converter) können die Konverter neben der Wirkleistung auch die Blindleistung flexibel und schnell den jeweiligen Netzbedingungen anpassen. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Netzstabilität. 

Der Standort der nördlichen Konverterstation befindet sich in einem Industriegebiet in unmittelbarer Nähe zum Umspannwerk Brunsbüttel. Der südliche Konverter in Leingarten/Großgartach ist auf dem Gelände des dortigen Transnet BW-Umspannwerks geplant. Der Rückbau einer 220-kV-Schaltanlage schafft dort die nötige Freifläche für den Konverter. Derzeit laufen vorgezogene Baumaßnahmen, um das Gelände für die Errichtung des Konverters vorzubereiten.

Tim Meyerjürgens, Geschäftsführer von Tennet: „Die Vergabe dieser Konverterstationen ist ein wichtiger Meilenstein. Sie zeigt, dass wir es trotz erschwerter Bedingungen während der Corona-Pandemie geschafft haben, wichtige Fortschritte bei Südlink zu erzielen“, so Meyerjürgens.
 

Peter Koller
Redakteur
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Montag, 23.08.2021, 11:11 Uhr

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