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Enerige & Management > Digitalisierung - Sensoren, Apps und virtuelle 3-D-Erlebnisse
Bild: Bayernwerk
DIGITALISIERUNG:
Sensoren, Apps und virtuelle 3-D-Erlebnisse
Beim Bayernwerk in Regensburg werden neue digitale Werkzeuge für die Mitarbeiter entwickelt. Die Arbeitssicherheit ist dabei nur eines von mehreren Themen.
 
„Wenn es um Entwicklung und Innovation im Netz geht, denken wir nicht nur an das Management des Stromnetzes. Wir denken auch an die Optimierung unserer eigenen Arbeit“, sagte Egon Westphal, Technikvorstand der Bayernwerk AG. Die Entwicklungsarbeit wird bei dem Regensburger Unternehmen seit 2017 in der Digitalisierungsoffensive „NEXT“ gebündelt. Bei einer Pressekonferenz Ende Juli wurden unter anderem vier Entwicklungen vorgestellt:

Trenchlog

Das Bayernwerk testet zum Beispiel die Aufnahme verlegter Erdkabel per Smartphone und Bilderkennung. Durch künstliche Intelligenz werden die Bauteile automatisch erkannt. Das Projekt heißt „TrenchLog“ und ist ein mobiles Vermessungssystem zur Datenaufnahme der gesamten unterirdischen Netzinfrastruktur. Dazu ist es nur nötig, etwa per Smartphone den jeweiligen Schacht mit den Erdkabeln abzuscannen. Die Daten werden umgehend in ein 3-D-Bild sowie in ein Geo-Vermessungssystem übertragen.
 
Markus Laußer, Bayernwerk-Projektleiter für das neue Vermessungssystem Trenchlog, mit einem 3-D-Bild einer Kabelinstallation
Bild: Uwe Moosburger (altro)/ Bayernwerk AG

Das derzeitige Pilotprojekt fokussiert sich auf die „lagerichtige Ein- und Vermessung von Versorgungsleistungen wie Strom, Gas und Telekommunikation“, erläuterte Markus Laußer, Bayernwerk-Projektleiter für das Vermessungssystem Trenchlog. Hierfür werde eine Kombination neuester Technologien aus 3-D-Erfassung, Georeferenzierung, künstlicher Intelligenz und Bilderkennung genutzt.

NEXT-Projekt Wearables

Intelligente Schutzsysteme für Mitarbeiter werden ebenfalls erprobt unter dem Projektnamen „Wearables“. Zum Beispiel anheftbare Sensoren, die Alarm geben, sobald sie elektrische Spannung messen. Das soll zusätzlich die Sicherheit bei Arbeiten an Netzen erhöhen. Hierbei können beispielsweise Helme oder Armbänder mit integrierten Spannungsdetektoren zum Einsatz kommen.

SwitchON

„SwitchON“ nennt sich eine intuitiv bedienbare App zur mobilen Datenerfassung mittels künstlicher Intelligenz und Augmented Reality. Die App wird etwa zur Inbetriebnahme von Schaltanlagen eingesetzt. Der Mitarbeiter fotografiert den Schaltschrank ab. Die App erkennt daraufhin, welcher es ist und welche Bauteile sich darin befinden. Der Mitarbeiter wird mithilfe der App durch alle weiteren Bearbeitungsschritte gelotst – ohne Stift und Papier. Dabei werden die Daten über die intelligente Bilderkennungssoftware von IBM Watson aufgenommen und vom Programm entsprechend interpretiert.

VRStation – mit der Datenbrille durch das Umspannwerk

Ohne vorherige Schulung darf kein Mitarbeiter in einem Umspannwerk arbeiten – egal von welcher Firma. Bisher war das nur vor Ort möglich, die Prozedur ist also mit langen Anreisen und hohen Kosten für die Beteiligten verbunden. Hier setzt das Bayernwerk mit Virtual Reality (VR) beziehungsweise dem Projekt „VRStation“ an. Über eine 3-D-Brille soll es künftig möglich sein, die ersten Schulungen bequem an jedem beliebigen Ort durchzuführen.
 
Sandy Nollau (Bayernwerk) ist auf virtueller Erkundungstour durch ein Umspannwerk. Mit VR-Technologie schult das Bayernwerk künftig Partnerfirmen, die in den rund 750 Umspannwerken des Unternehmens Arbeiten oder Schalthandlungen vornehmen müssen. So entfallen Vor-Ort-Termine und Reisezeiten
Bild: Bayernwerk AG/Uwe Moosburger (altro)

Die Mitarbeiter sehen über eine Datenbrille ein virtuelles Abbild des realen Umspannwerks. Sie können so über existierende Gefahren aufgeklärt werden und das jeweilige Werk schon einmal virtuell erkunden. Das Bayernwerk hat mit der Berufsgenossenschaft vereinbart, Erstschulungen für neue Mitarbeiter weiter vor Ort abzuhalten, die Wiederholungsveranstaltungen sollen dann aber per Datenbrille erfolgen. Um jedoch die Schulungen überhaupt durchführen zu können, müssen die Werke vorab virtuell erstellt werden. Eines der Kraftwerke hat bereits einen virtuellen Zwilling: das Umspannwerk im Obertraublinger Ortsteil Gebelkofen bei Regensburg (Bayern).
 

Heidi Roider
Redakteurin und Chefin vom Dienst
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Freitag, 02.08.2019, 15:00 Uhr

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