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Enerige & Management > Stromnetz - Selbstlernende Sensoren im Stromnetz
Bild: JWS / Fotolia
STROMNETZ:
Selbstlernende Sensoren im Stromnetz
Ein Netzwerk aus selbstlernenden Sensoren soll helfen, die Kühlwirkung des Wetters gezielt für einen höheren Stromtransport ausnutzen.
 
Entwickelt wird das Sensornetzwerk in dem Forschungsvorhaben „PrognoNetz“, an dem das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) mit Partnern arbeitet. Ziel ist es, die Kühlwirkung des Wetters anhand realer Daten zu modellieren. Damit lässt sich laut KIT bei niedriger Außentemperatur oder starkem Wind zwischen 15 und 30 % mehr Strom über die Leitung schicken.
 
Die Kapazität der vorhandenen Freileitungen kann man für den Stromtransport besser nutzen, wenn man Umgebungstemperatur, Sonneneinstrahlung, Windgeschwindigkeit, Windrichtung und ihre Auswirkungen auf die aktuelle Leitertemperatur genauer kennt. Besondere Bedeutung kommt dabei nach Angaben der Forscher dem von der lokalen Topografie und Vegetation beeinflussten kühlenden Wind zu.
 
Am KIT baut man jetzt dazu in dem Programm zusammen mit den Partnern ein Netzwerk aus intelligenten Sensoren auf, die in geringen Abständen zueinander und in der Nähe von Freileitungen platziert sind, um die Witterungsbedingungen präzise zu erfassen. Das Sensornetzwerk muss den Umgebungsbedingungen standhalten und soll die gewünschten Daten drahtlos und zuverlässig an die Leitzentrale liefern.
 
Entwickelt werden auch Algorithmen, die den Sensoren eine selbstlernende Funktion verleihen. Am Ende soll das System auf Basis der verteilt gemessenen Wetterdaten automatisch genauere Strombelastungsprognosen für Stunden oder sogar Tage erstellen können. Anhand historischer Wetterdaten und topografischer Eigenschaften will man intelligente Modelle für jede Leitung des Stromnetzes bilden.
 
Das selbstlernende meteorologische Netzwerk soll zunächst an bestehenden Hochspannungsleitungen und an Betriebsmitteln des Partners TransnetBW eingesetzt werden. An dem Verbundvorhaben sind auch der Wetterdienst Ubimet in Karlsruhe, das IT-Unternehmen Unilab, Paderborn, die GWU-Umwelttechnik, Erftstadt, und die Wilmers Messtechnik in Hamburg beteiligt. Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) geförderte Projekt ist Anfang 2019 gestartet und läuft drei Jahre.
 

Armin Müller
Redakteur
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Mittwoch, 24.04.2019, 15:26 Uhr

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