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Enerige & Management > Gasnetz - Scholz wünscht sich Pipeline aus Spanien und Portugal
Quelle: Shutterstock / CDuschinger
GASNETZ:
Scholz wünscht sich Pipeline aus Spanien und Portugal
Beim Sommerpressegespräch in Berlin am 11. August plädierte Kanzler Olaf Scholz (SPD) für den Bau einer Gaspipeline von der Iberischen Halbinsel über Frankreich nach Mitteleuropa.
 
Für ein gut vernetztes europäisches Gasnetz wäre eine Pipeline von der Iberischen Halbinsel nach Mitteleuropa nützlich, um in Häfen angelandetes Flüssigerdgas (LNG) verfügbar zu machen. „Eine solche Leitung hätte gebaut werden sollen und wird nun vermisst“, sagte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) bei seiner Sommerpressekonferenz in Berlin. Er habe deshalb bei seinen Kollegen in Spanien, Portugal und Frankreich sowie bei EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bereits dafür geworben, ein solches Projekt anzupacken.

Das Projekt MidCat für eine Gaspipeline von Spanien nach Südfrankreich wurde vor einigen Jahren gestoppt, weil es aus damaliger Sicht auch wegen des billigeren Erdgases aus Russland für unwirtschaftlich gehalten wurde. Angesichts des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine könnte die Pipeline aber nun dazu beitragen, Europa von russischem Gas unabhängiger zu machen. Es fehlten noch 226 Kilometer von Hostalric in Katalonien über die Pyrenäen bis nach Barbaira in Frankreich. Die Bauzeit betrage allerdings mindestens zwei Jahre, erläuterte Scholz. Spanien möchte, dass die EU den Bau finanziert.

Bisher gibt es nur zwei kleinere Gaspipelines von Spanien über die Pyrenäen Richtung Norden mit einer Kapazität von insgesamt 8 Mrd. Kubikmetern pro Jahr. Die wegen des Krieges nicht in Betrieb genommene Pipeline Nord Stream 2 hätte dagegen allein eine Kapazität von 55 Mrd. Kubikmetern Erdgas. Scholz wandte sich gegen die Vermutung, solche Infrastruktur verfestige nur die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern. „In Zukunft können Terminals und Leitungen, die für den Import von LNG entstehen, für die Einfuhr von Wasserstoff genutzt werden“, argumentierte der Kanzler.

Pipeline später für Wasserstoff nutzen

Wasserstoff werde künftig ein wichtiger Rohstoff für Industrieproduktion und industrielle Prozesse und solle zum Teil in außereuropäischen Ländern mit hoher Produktion aus erneuerbarem Strom für Europa und Deutschland im großen Stil hergestellt werden.

Solcher erneuerbar hergestellter Wasserstoff gilt als Energieträger der klimaneutralen Zukunft vor allem für Industrie und Schwerlasttransporte sowie als Speichermedium für Zeiten hoher Stromausbeute aus Sonne und Wind. Für das Ziel klimaneutralen Wirtschaftens baue Deutschland daher künftig die erneuerbaren Stromerzeuger massiv aus. Der Kanzler rechnet mit einem Strombedarf, der von heute 600 Mrd. kWh auf 800 Mrd. kWh bis 2030 und 1,6 Billionen kWh bis 2050 steigt.
 

Susanne Harmsen
Redakteurin
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