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Energie & Management > Klimaschutz - Schnelle Dekarbonisierung kostet 7 Billionen Dollar pro Jahr
Quelle: Fotolia / PhotographyByMK
Klimaschutz

Schnelle Dekarbonisierung kostet 7 Billionen Dollar pro Jahr

Eine schnelle Dekarbonisierung der Welt hält nach einer Analyse von Bloomberg große Investitionschancen für risikoaffine Unternehmen bereit.

Die Analysten von Bloomberg New Energy Finance haben ihr Standardszenario (Economic Transition Scenario ETS) um ein klimapolitisch anspruchsvolleres Netto-Null-Szenario (Net Zero Scenario NZS) erweitert. Im ETS gehen die globalen CO2-Emissionen nur langsam zurück: um 0,9 Prozent per annum, und 2050 entstehen noch fast 25 Gigatonnen CO2. Im NZS erreicht der CO2-Ausstoß seinen Höhepunkt bereits 2024, geht bis 2030 um 30 Prozent, bis 2040 um 6 Prozent pro Jahr zurück und erreicht 2050 den Endpunkt Null. Für das Klima würde das immer noch einen Anstieg der globalen Temperaturen bis 2050 um 1,77 Grad bedeuten.

Der Investitionsbedarf im NZS ist mit 194 Billionen Dollar um etwa 60 Prozent höher als im ETS mit 119,5 Billionen Dollar. In der Struktur der Investitionen gibt es gewisse Unterschiede, aber auch Ähnlichkeiten. Die mit Abstand höchsten Investitionen entfallen in beiden Szenarien auf die Anschaffung von Elektroautos (ETS: 46 Prozent, NZS: 47 Prozent). Gleich hoch ist der Anteil der Ausgaben für die Stromnetze mit 11 Prozent. Für die Erzeugung emissionsarmer Elektrizität müssen im ETS 14 Prozent und im NZS 18 Prozent des Investitionsbudgets ausgegeben werden. Die größten Unterschiede gibt es in der Industrie: im ETS fließen noch 20 Prozent (13,6 Bilionen Dollar) der Investitionen in fossile Prozesse, im NZS nur noch 7 Prozent (24 Bilionen Dollar).

Den größten Beitrag zur Senkung der Treibhausgase im Netto-Null-Szenario leistet die Elektrizitätswirtschaft, indem sie fossile Kraftwerke durch „saubere Energie“ ersetzt. Auf den Vormarsch der erneuerbaren Energien und der Kernenergie entfallen mehr als 50 Prozent der bis 2050 erreichbaren CO2-Reduktionen.

Die Elektrifizierung der Mobilität, industrieller Prozesse und der Beheizung von Gebäuden könnte ein Viertel beitragen, der Einsatz von Wasserstoff weitere 6 Prozent. 11 Prozent der Emissionen müssten durch Einlagerung (CCS) unschädlich gemacht werden. Die Analysten von Bloomberg erwarten, dass die CCS-Technologie von 2030 an in größerem Umfang zum Einsatz kommt.

Sie gehen davon aus, dass das Ziel, die Emissionen bis 2050 auf Null zu bringen, nur im Rahmen einer umfassenden Elektrifizierung des Energieverbrauchs erreichbar ist. Bis 2050 steige der globale Strombedarf im ETS auf 46 Billionen kWh, doppelt so viel wie heute. Im NZS müssten 80 Billionen kWh erzeugt werden. Der meiste Strom wird dabei für die Produktion von Wasserstoff benötigt: 23.000 Billionen kWh.

Um die Klimaneutralität bis 2050 wirklich zu erreichen, müsse sich der globale Energiemix deutlich verändern, so Bloomberg New Energy Finance. Wind- und Solarenergie müssten mindestens drei Viertel des Stroms erzeugen, der Rest entfiele auf Atom- und Wasserkraft. Die CCS-Technologie werde weitgehend auf die Industrie beschränkt bleiben. Insgesamt müssten im NZS weltweit etwa 7 Gigatonnen CO2 pro Jahr eingelagert werden. Bei der Wasserstoffproduktion geht Bloomberg von 500 Millionen Tonnen pro Jahr aus, fünfmal soviel als heute.

Um die Klimaneutralität bis 2050 wirklich zu erreichen, müsse sich der globale Energiemix deutlich verändern, so Bloomberg New Energy Finance. Wind- und Solarenergie müssten mindestens drei Viertel des Stroms erzeugen, der Rest entfiele auf Atom- und Wasserkraft. Die CCS-Technologie werde weitgehend auf die Industrie beschränkt bleiben. Insgesamt müssten im NZS weltweit etwa 7 Gigatonnen CO2 pro Jahr eingelagert werden. Bei der Wasserstoffproduktion geht Bloomberg von 500 Millionen Tonnen pro Jahr aus, fünfmal soviel als heute.

 


Donnerstag, 15.12.2022, 17:45 Uhr
Tom Weingrtner
Energie & Management > Klimaschutz - Schnelle Dekarbonisierung kostet 7 Billionen Dollar pro Jahr
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Klimaschutz
Schnelle Dekarbonisierung kostet 7 Billionen Dollar pro Jahr

Eine schnelle Dekarbonisierung der Welt hält nach einer Analyse von Bloomberg große Investitionschancen für risikoaffine Unternehmen bereit.

Die Analysten von Bloomberg New Energy Finance haben ihr Standardszenario (Economic Transition Scenario ETS) um ein klimapolitisch anspruchsvolleres Netto-Null-Szenario (Net Zero Scenario NZS) erweitert. Im ETS gehen die globalen CO2-Emissionen nur langsam zurück: um 0,9 Prozent per annum, und 2050 entstehen noch fast 25 Gigatonnen CO2. Im NZS erreicht der CO2-Ausstoß seinen Höhepunkt bereits 2024, geht bis 2030 um 30 Prozent, bis 2040 um 6 Prozent pro Jahr zurück und erreicht 2050 den Endpunkt Null. Für das Klima würde das immer noch einen Anstieg der globalen Temperaturen bis 2050 um 1,77 Grad bedeuten.

Der Investitionsbedarf im NZS ist mit 194 Billionen Dollar um etwa 60 Prozent höher als im ETS mit 119,5 Billionen Dollar. In der Struktur der Investitionen gibt es gewisse Unterschiede, aber auch Ähnlichkeiten. Die mit Abstand höchsten Investitionen entfallen in beiden Szenarien auf die Anschaffung von Elektroautos (ETS: 46 Prozent, NZS: 47 Prozent). Gleich hoch ist der Anteil der Ausgaben für die Stromnetze mit 11 Prozent. Für die Erzeugung emissionsarmer Elektrizität müssen im ETS 14 Prozent und im NZS 18 Prozent des Investitionsbudgets ausgegeben werden. Die größten Unterschiede gibt es in der Industrie: im ETS fließen noch 20 Prozent (13,6 Bilionen Dollar) der Investitionen in fossile Prozesse, im NZS nur noch 7 Prozent (24 Bilionen Dollar).

Den größten Beitrag zur Senkung der Treibhausgase im Netto-Null-Szenario leistet die Elektrizitätswirtschaft, indem sie fossile Kraftwerke durch „saubere Energie“ ersetzt. Auf den Vormarsch der erneuerbaren Energien und der Kernenergie entfallen mehr als 50 Prozent der bis 2050 erreichbaren CO2-Reduktionen.

Die Elektrifizierung der Mobilität, industrieller Prozesse und der Beheizung von Gebäuden könnte ein Viertel beitragen, der Einsatz von Wasserstoff weitere 6 Prozent. 11 Prozent der Emissionen müssten durch Einlagerung (CCS) unschädlich gemacht werden. Die Analysten von Bloomberg erwarten, dass die CCS-Technologie von 2030 an in größerem Umfang zum Einsatz kommt.

Sie gehen davon aus, dass das Ziel, die Emissionen bis 2050 auf Null zu bringen, nur im Rahmen einer umfassenden Elektrifizierung des Energieverbrauchs erreichbar ist. Bis 2050 steige der globale Strombedarf im ETS auf 46 Billionen kWh, doppelt so viel wie heute. Im NZS müssten 80 Billionen kWh erzeugt werden. Der meiste Strom wird dabei für die Produktion von Wasserstoff benötigt: 23.000 Billionen kWh.

Um die Klimaneutralität bis 2050 wirklich zu erreichen, müsse sich der globale Energiemix deutlich verändern, so Bloomberg New Energy Finance. Wind- und Solarenergie müssten mindestens drei Viertel des Stroms erzeugen, der Rest entfiele auf Atom- und Wasserkraft. Die CCS-Technologie werde weitgehend auf die Industrie beschränkt bleiben. Insgesamt müssten im NZS weltweit etwa 7 Gigatonnen CO2 pro Jahr eingelagert werden. Bei der Wasserstoffproduktion geht Bloomberg von 500 Millionen Tonnen pro Jahr aus, fünfmal soviel als heute.

Um die Klimaneutralität bis 2050 wirklich zu erreichen, müsse sich der globale Energiemix deutlich verändern, so Bloomberg New Energy Finance. Wind- und Solarenergie müssten mindestens drei Viertel des Stroms erzeugen, der Rest entfiele auf Atom- und Wasserkraft. Die CCS-Technologie werde weitgehend auf die Industrie beschränkt bleiben. Insgesamt müssten im NZS weltweit etwa 7 Gigatonnen CO2 pro Jahr eingelagert werden. Bei der Wasserstoffproduktion geht Bloomberg von 500 Millionen Tonnen pro Jahr aus, fünfmal soviel als heute.

 


Donnerstag, 15.12.2022, 17:45 Uhr
Tom Weingrtner

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