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Enerige & Management > Interview - Sagen Sie mal: Peter Ritzenhoff
Bild: BillionPhotos.com / Fotolia
INTERVIEW:
Sagen Sie mal: Peter Ritzenhoff
In der Rubrik „Sagen Sie mal“ stellen wir ein paar kurze Fragen und bitten um kurze Antworten zu einem aktuellen Thema.
 
Herr Professor Ritzenhoff, die Hochschule Bremerhaven hat zum Wintersemester als erste Fachhochschule bundesweit den Studiengang „Gründung, Innovation, Führung“   (GIF) nach finnischem Vorbild eingeführt Sehen Sie darin eine Unterstützung für die aufstrebende Start-up-Landschaft hierzulande, von der beispielsweise auch die Energiewirtschaft profitiert?

Unternehmertum oder Entrepreneurship ist etwas, was niemand lernen kann, indem man in 90-Minuten-Einheiten einem Professor zuhört. Das muss erlebt werden, indem die Praxis ins Studium geholt wird. Dadurch, dass unsere Studierenden bereits in den ersten Wochen ihres Studiums ein Unternehmen in Form einer Genossenschaft gründen, bereiten sie sich – begleitet durch Coaches – durch aktives Tun auf diese Aufgabe vor. Dieser Grundgedanke scheint nicht der schlechteste zu sein: In Finnland starten mittlerweile über die Hälfte der Absolventen nach ihrem Studium ein eigenes Unternehmen. Insofern ist unsere Erwartung, dass auch hierzulande die Gründerszene einen deutlichen Schub durch den neuen Studiengang erhält, sehr groß.

Inwieweit können Start-up-Initiativen speziell aus dem Energiebereich vom Standort Bremerhaven und dem neuen GIF-Studiengang profitieren?

Die sogenannten MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik; d. Red.) machen mehr als drei Viertel der Angebote der Hochschule Bremerhaven aus. Energie- und speziell auch Windenergiethemen spielen dabei eine große Rolle. Bremerhaven hatte sich in den vergangenen Jahren bekanntlich einen Namen als einer der wichtigsten Standorte für die Offshore-Windindustrie gemacht. Mit der erfolgreichen Einführung des Studiengangs GIF besteht nun der nächste Schritt darin, die managementorientierten Ansätze von GIF auch mit den MINT-Studiengängen zu verknüpfen und Kooperationsprojekte zu generieren. Energiethemen sind daher im unmittelbaren Fokus.

Was müssen Studierende neben den geforderten Zulassungsnachweisen in Ihren Augen noch für den GIF-Studiengang mitbringen?

Besondere Zulassungsvoraussetzungen gibt es nicht. Im ersten Durchgang haben sich rund zwei Drittel der Studierenden erstmals an einer Hochschule eingeschrieben. Neben 18-/19-jährigen Abiturienten sind auch einige mit ersten Gründungserfahrungen dabei. Die Mischung macht dabei den besonderen Reiz. Wichtig bei diesem Studiengang ist die Haltung der Studierenden, die durch ein fragengeleitetes Motivationsschreiben ausgedrückt werden soll und die Bereitschaft zu eigenverantwortlichem Handeln einschließen muss. Das durchaus große Interesse an unserem neuen GIF-Studiengang zeigt uns, dass es richtig ist, die Gründung von Start-Ups zu akademisieren. Damit bekommen die Gründer auf jeden Fall ein solides Handwerk für den Sprung in die Selbstständigkeit geliefert. Ich bin jedenfalls gespannt, wann wir die ersten Start-ups ‚born in Bremerhaven‘ sehen werden. Dem Windenergie-Standort Bremerhaven würden neue Ideen gut tun, die unmittelbar auch Impulse für das unter der Überschrift ‚Green Economy‘ geplante, nachhaltige Gewerbegebiet im Süden Bremerhavens im Bereich Luneort geben würden.
 
Peter Ritzenhoff ist seit September 2015 Rektor der Hochschule Bremerhaven
Bild: Hochschule Bremerhaven/Tim David Müller-Zitzke
 

Ralf Köpke
© 2020 Energie & Management GmbH
Dienstag, 15.01.2019, 10:36 Uhr

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