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Enerige & Management > Wirtschaft - RWE will 50 Milliarden Euro bis 2030 investieren
Quelle: RWE
WIRTSCHAFT:
RWE will 50 Milliarden Euro bis 2030 investieren
RWE-Chef Markus Krebber kündigt eine neue Strategie und ein milliardenschweres Investitionsprogramm an.
 
Der Essener RWE-Konzern hat sich neue ehrgeizige Ziele bis 2030 gesetzt. Mit der am 15. November vorgestellten Strategie „Growing Green“ will der neue Vorstandsvorsitzende Markus Krebber dem RWE-Konzern seinen Stempel aufdrücken. „Mit unserer Investitions- und Wachstumsstrategie ziehen wir das Tempo kräftig an und investieren 50 Milliarden Euro brutto bis 2030. Unsere leistungsstarke und grüne Erzeugungskapazität bauen wir so auf 50 Gigawatt aus“, sagte er bei der Vorstellung des neuen Programms.

Der vormalige RWE-Finanzchef Krebber, der zum 1. Mai den CEO-Posten von Rolf Martin Schmitz übernommen hatte, drückt aufs Tempo. Wurde als Zielvorgabe bei RWE bislang ein Zubau von weltweit 1.500 MW jährlich an neuer Erzeugungsleistung angestrebt, so sollen ab dem kommenden Jahr bis 2030 jährlich 2.500 MW an neuen Anlagen ans Netz. Darin ist auch der Aufbau von Wasserstoffkapazitäten in Höhe von insgesamt 2.000 MW enthalten „Um die flexible Stromerzeugung auszubauen, wollen wir mindestens zwei Gigawatt Gaskraftwerkskapazität zubauen“, fügte Krebber hinzu.

Geld ist nach Konzernangaben genug da

Investiert wird dabei in der ganzen Welt. In den kommenden Jahren fließen Investitionen nach Europa, Nordamerika und in den asiatisch-pazifischen Raum:
  • 2030 sollen 31.000 MW an Wind- und Solarkapazitäten im RWE-Portfolio zu finden sein.
  • 19.000 MW bestehen aus flexibler Leistung vor allem in Form von Gaskraftwerken.
  • Lediglich 4.000 MW an Leistung sollen dann noch aus Kohleanlagen und Kernenergie kommen.
  • Insgesamt will der neue Vorstandschef die Anlagenkapazität von aktuell 25.000 MW auf über 50.000 MW im Jahr 2030 ausbauen.
Bei den angekündigten 50 Mrd. Euro handelt es sich um Bruttoinvestitionen, wie das Unternehmen erklärt. Netto kommen auf den RWE-Konzern 30 Mrd. Euro Investitionskosten zu. Diese ergeben sich aus den Bruttoinvestitionen abzüglich der geplanten Erlöse aus Anteilsverkäufen an den entsprechenden Projekten. „Das sind durchschnittlich drei Milliarden Euro netto pro Jahr an Investitionen“, so Krebber.

Geld sei nach eigenen Angaben für die Umsetzung von „Growing Green“ genügend vorhanden. Der größte Teil des Investitionsprogramms soll aus dem operativen Cashflow finanziert werden. „Dank seiner hervorragenden Bonität und einer niedrigen Verschuldung verfügt RWE über große finanzielle Spielräume“, so der neue Finanzvorstand Michael Müller.

RWE will Regionalbüros für Wind und Solar in Deutschland eröffnen

Die Investitionen sollen sich freilich auszahlen und einen erheblichen Beitrag zum Unternehmensergebnis leisten. In der Folge soll der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, das bereinigte Ebitda, deutlich anziehen: 2030 soll das Ebitda 5 Mrd. Euro betragen, das wären mehr als doppelt so viel wie im laufenden Geschäftsjahr.

Auch Deutschland soll einen schönen Batzen von den Investitionsmilliarden abbekommen. „In Deutschland werden wir ganz besonders zulegen und bis zu 15 Milliarden Euro brutto in den Ausbau von Offshore- und Onshore-Windkraft, Solar, Speichern, flexiblen Backup-Kapazitäten und Wasserstoff investieren“, so Krebber.

Für das regional geprägte Geschäft mit Landwind und Solar plant das Unternehmen, über Deutschland verteilt sieben Büros zu eröffnen. Kurzfristig würden dort etwa 200 Mitarbeiter für die Projektentwicklung eingestellt. Der Anspruch ist für Krebber klar: „Im Erneuerbaren-Bereich soll in Deutschland jedes Projekt realisiert werden, das möglich ist.“
 
Markus Krebber ist seit dem 1. Mai Vorstandsvorsitzender von RWE
Quelle: RWE



 
 

Stefan Sagmeister
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