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Quelle: Fotolia / vencav
REGENERATIVE:
RWE verdoppelt mit Übernahme US-Portfolio
RWE expandiert mit einem Zukauf auf dem Markt der erneuerbaren Energien in den USA. Gleichzeitig meldet das Essener Energieunternehmen den Einstieg Katars mit einem Milliardenbetrag.
 
RWE hat sämtliche Anteile an der Con Edison Clean Energy Businesses, Inc. (Con Edison CEB) erworben, wie es in einer Mitteilung des Konzerns heißt. Die US-Firma mit Hauptsitz in Valhalla, New York, zählt mit 500 Mitarbeitern zu den führenden Betreibern und Entwicklern im Bereich erneuerbare Energien in den USA. Sie verfügt über eine installierte Kapazität von rund 3.000 MW, 90 % davon sind Solaranlagen. Hinzu kommt eine Entwicklungspipeline von mehr als 7.000 MW.

Mit Vollzug der Transaktion wird RWE nach eigenen Angaben zur Nummer 4 im Bereich der erneuerbaren Energien und zur Nummer 2 unter den Betreibern von Solaranlagen in den USA. Die Zusammenführung der Portfolios bedeutet demnach fast eine Verdopplung der installierten Leistung in den Vereinigten Staaten auf 7.200 MW. Die kombinierte Projektpipeline von mehr als 24.000 MW in den Bereichen Onshore-Wind, Solar und Batterien bilde dort eine der größten Entwicklungsplattformen für erneuerbare Energien.

Vorstandsvorsitzender Markus Krebber erklärte dazu: „Die Übernahme von Con Edison Clean Energy Businesses bedeutet einen enormen Schub für die grüne Expansion von RWE in den USA, einem der attraktivsten und am schnellsten wachsenden Märkte für erneuerbare Energien. Die einzigartige Kombination der beiden sich ergänzenden Portfolios in den Bereichen Onshore-Wind, Solar und Batteriespeicher macht uns zu einem der führenden Unternehmen im Bereich der Erneuerbaren auf dem US-Markt.“ Die gemeinsame Entwicklungspipeline werde eine der größten in den USA sein und sie biete enorme Chancen für nachhaltiges und wertsteigerndes Wachstum, basierend auf einem robusten finanziellen Fundament. 

RWE hatte bereits vor der Übernahme von Con Edison CEB bis zu 15 Mrd. Euro für Investitionen in den USA im Rahmen der Growing-Green-Strategie vorgesehen. Weltweit plant der Konzern bis 2030 Investitionen in Höhe von 50 Mrd. Euro in sein grünes Kerngeschäft.

Dem zwischen RWE und Con Edison vereinbarten Kaufpreis liegt nach Angaben von RWE ein Unternehmenswert von 6,8 Mrd. Dollar zugrunde. Mit einem Ebitda von rund 600 Mio. Dollar liefere der Erwerb zudem ab dem ersten Jahr einen starken Beitrag zum RWE-Konzernergebnis. Der Vollzug der Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt behördlicher Freigaben, die in der ersten Jahreshälfte 2023 erwartet werden.

​Emirat Katar steigt mit 2,43 Mrd. Euro ein

Die Akquisition und das zusätzliche Wachstum sind durch Fremdkapitalinstrumente und eine Eigenkapitalmaßnahme von der RWE finanziert. Das Eigenkapital wird über die Ausgabe einer Pflichtwandelanleihe an eine Tochtergesellschaft des Staatsfonds des Emirats Katar QIA (Qatar Investment Authority) erhöht.

Die Pflichtwandelanleihe hat einen Gesamtnennbetrag von 2,43 Mrd. Euro und wird in neue, auf den Inhaber lautende Stückaktien gewandelt, die voraussichtlich knapp unter 10 % des Grundkapitals der RWE AG entsprechen. Außerdem soll am am Plan festgehalten werden, für das Geschäftsjahr 2022 eine Dividende von 0,90 Euro je Aktie zu zahlen.

Krebber: „Unsere Eigenkapitalmaßnahme schafft die Grundlage für die Finanzierung des Erwerbs von Con Edison CEB und des zusätzlichen grünen Wachstums in den kommenden Jahren.“ Das Engagement zeige, dass QIA die Ambitionen von RWE, schneller und stärker zu wachsen, unterstütze. Mansoor bin Ebrahim Al-Mahmoud, CEO von QIA: „Wir investieren aktiv in Unternehmen, die einen positiven Einfluss auf die Gesellschaft haben und die die Zukunft nachhaltig gestalten können, indem sie die Energiewende Wirklichkeit werden lassen.“

3.000 MW in der New Yorker Bucht

Neben Onshore-Wind, Solar und Batteriespeichern entwickelt RWE in den Vereinigten Staaten auch Offshore-Wind. Zusammen mit dem Joint-Venture-Partner National Grid Ventures sicherten sich die Essener bei der Versteigerung von Offshore-Pachtverträgen in der New Yorker Bucht ein Gebiet mit einem Potenzial von 3.000 MW Leistung. Darüber hinaus ist RWE Partner des Joint Venture New England Aqua Ventus, das sich auf schwimmende Offshore-Windkraftanlagen im Bundesstaat Maine konzentriert.
 

Günter Drewnitzky
Redakteur
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Dienstag, 04.10.2022, 14:46 Uhr

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