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Enerige & Management > Windkraft Offshore - RWE und Northland Power setzen See-Windparks gemeinsam um
Quelle: Shutterstock
WINDKRAFT OFFSHORE:
RWE und Northland Power setzen See-Windparks gemeinsam um
RWE und der kanadische Partner Northland Power verfünffachen ihre gemeinsamen Ambitionen auf See. Bis 2028 sollen weitere 1.300 MW an Windenergie-Kapazität nördlich von Juist entstehen.
 
Von 332 MW installierter Leistung auf mehr als 1.600 MW: Der Essener Energiekonzern RWE und sein kanadischer Partner Northland Power bauen die Windenergie in der Nordsee gemeinsam enorm aus. Dafür bündeln die Unternehmen ihre Kräfte in einem Joint Venture, das bislang als Nordsee Two GmbH in Erscheinung getreten war, mit neuen Anteilsverhältnissen.

An dem neuen Unternehmen werde RWE künftig mit 51 % die Mehrheit und Northland Power 49 % der Anteile halten, schreiben die Essener in einer Mitteilung. Zuvor hatte RWE 15 % an dem Joint Venture gehalten. Die drei neuen Windparks mit zusammen 1.333 MW wollen die Partner als Cluster räumlich an die bereits gemeinsam betriebene Offshore-Farm Nordsee One (332 MW) anschließen.

Aus einer gemeinsamen Meeresfarm werden vier mit 1.665 MW Leistung

Einer aus dem neuen Trio wird bereits von den Partnern entwickelt: Für diesen Windpark mit einer Kapazität von 433 MW auf der Nordseefläche N-3.8 (früher: Nordsee 2) hatten RWE und Northland Power bei der Ausschreibung im September 2021 das Eintrittsrecht geltend gemacht und damit dem ebenfalls interessierten Unternehmen EDF Renewables aus Frankreich die Fläche wieder entrissen.

Zuletzt handelte es sich bei den Windfarmen auf See jeweils um förderfreie Projekte, die im September 2021 bei Geboten von 0 Cent den Zuschlag erhalten hatten. Die Ausschreibungsergebnisse, so Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, setzten die Entwicklung zu förderfreien Offshore-Windparks „eindrucksvoll fort“. Die Gebote erfolgen dabei für Flächen, die von Projektentwicklern bereits überplant waren und für die diese Eintrittsrechte halten. Nehmen sie diese in Anspruch, müssen sie das Projekt gleichwohl zum neu bezuschlagten Gebotspreis (eben 0 Cent) realisieren.

Für die beiden weiteren Meereswindparks im Umfang von 900 MW hält RWE ebenfalls das Eintrittsrecht und will es der Absichtserklärung nach bei der 2023 anstehenden Auktion auch nutzen. Dabei handelt es sich einmal um die Fläche N-3.6 (Delta Nordsee 1&2) mit einer Kapazität von 480 MW. Dieses Projekt hatte die RWE-Tochter RWE Renewables bislang allein entwickelt. Das dritte Projekt des Joint Ventures soll auf der Fläche N-3.5 (Nordsee 3) entstehen und 420 MW umfassen.

Die Partner betonen in Stellungnahmen ihre gemeinsame Stärke. Sven Utermöhlen, Offshore-Chef von RWE Renewables, glaubt, das Tempo bei der Dekarbonisierung der Industrie „deutlich erhöhen“ zu können. Mit Northland Power erziele RWE „erhebliche Synergien für unsere Windparks und zugleich die Energiewende in Deutschland“.

Northland Power hat auch in Asien gewaltige Ausbaupläne. Eine Windfarm mit 1044 MW soll bis 2026 in den Gewässern vor Taiwan fertiggestellt sein. Von der intensiveren Kooperation mit RWE versprechen die Kanadier sich, „unsere Position als eines der weltweit führenden Unternehmen im Bereich der Offshore-Windenergie weiter auszubauen", so Mike Crawley, Präsident und CEO von Northland Power.
 

Volker Stephan
© 2022 Energie & Management GmbH
Donnerstag, 06.01.2022, 17:00 Uhr

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