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Enerige & Management > Wasserkraft - RWE macht Pumpspeicher fit für die Zukunft
Das Pumpspeicherkraftwerk Herdecke gilt als das größte in Nordrhein-Westfalen. Bild: RWE
WASSERKRAFT:
RWE macht Pumpspeicher fit für die Zukunft
Die größte Generalüberholung seit 30 Jahren steht beim Pumpspeicherkraftwerk Herdecke an. Dazu nimmt RWE die Anlage für zehn Monate vom Netz.
 
Geplant sind Ausbau und Überholung mehrerer Großkomponenten, darunter der Kugelschieber, die Turbine und der Motorgenerator, teilt der Energiekonzern mit. Als Kosten für die Aktion nennt RWE einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag.

„Der Anteil an Solar- und Windstrom im Netz steigt. Dadurch werden flexible Energiespeicher immer wichtiger, die wetterbedingte Schwankungen im Netz ausgleichen. Unser Pumpspeicherkraftwerk in Herdecke unterstützt die Versorgungssicherheit, indem es Energie bei Stromüberschuss einspeichert und bei Bedarf wieder bereitstellt“, erklärte Roger Miesen, Vorstandsvorsitzender der RWE Generation SE. Mit den aktuellen Arbeiten mache man die Anlage fit für die Zukunft.

Wie Revisionsleiter Paul Golus hervorhob, gehört zu den Besonderheiten bei der Projektplanung auch das Hygienekonzept, um Ansteckungen mit dem Corona-Virus zu vermeiden. Unter anderem würden Besprechungen nur im Freien stattfinden und zusätzliche Aufenthalts-, Umkleide- und Bürocontainer aufgestellt, um Kontakte zwischen den Teams zu minimieren. Mit den Arbeiten werden rund 50 Mitarbeiter von RWE und Partnerfirmen beschäftigt sein.

Größter Wasserhahn Europas

Voraussichtlich Anfang Mai soll der 180 Tonnen schwere und mehr als fünf Meter große Kugelschieber ausgebaut werden. Er regelt – als vermutlich größter "Wasserhahn" Europas – den Zufluss zur Turbine. Das Bauteil wird zur Generalüberholung nach Baden-Württemberg gebracht. Damit ist dann auch der Weg frei für Beschichtungsarbeiten an der Innenseite der 400 Meter langen und vier Meter dicken Druckleitung, über die das Wasser vom Oberbecken zu den Turbinen fließt.

Eine neue Abdichtung erhält die 100 Tonnen schwere Druckausgleichs-Stopfbuchse, die als Stoßdämpfer wirkt und verhindert, dass sich die Kräfte des herabstürzenden Wassers auf das Kraftwerksgebäude übertragen. Auch um das Herzstück des Kraftwerks, die Pumpturbine, werden sich die Techniker kümmern, ebenso um den sechs Meter langen und 300 Tonnen schweren Generator-Rotor.

Schließlich wird RWE auch die Netzanbindung der Anlage ändern und mit einem neuen Transformator von 220 auf 110 kV umstellen. Nach vierwöchigem Probebetrieb soll das Kraftwerk im Frühjahr 2022 wieder Strom liefern.

Das Pumpspeicherwerk Herdecke wurde 1989 als Nachfolge-Anlage des Koepchenwerks erbaut. Es kann seine volle Leistung von 162 MW im Turbinenbetrieb innerhalb von zwei Minuten zur Verfügung stellen.
 

Günter Drewnitzky
Redakteur
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Montag, 26.04.2021, 11:32 Uhr

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