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Enerige & Management > Wasserstoff - RWE beabsichtigt Wasserstoffhandel mit Novatek
Quelle: Shutterstock / Alexander Limbach
WASSERSTOFF:
RWE beabsichtigt Wasserstoffhandel mit Novatek
Der Essener Energiekonzern kooperiert mit dem russischen Erdgasproduzenten Novatek. Die Absichtserklärung sieht die Lieferung von blauem Ammoniak und Wasserstoff vor.  
 
Das von RWE und Novatek unterzeichnete Memorandum of Understanding sieht eine stärkere Zusammenarbeit bei kohlenstoffarmen- und kohlenstofffreien Brennstoffen vor. So soll Novatek, wie RWE in einer Mitteilung vom 7. Dezember bekannt gibt, blauen Ammoniak und Wasserstoff an den in Essen ansässigen Energiekonzern RWE und dessen deutsche sowie europäische Kunden liefern.

Hierzu führt Novatek, wie es weiter heißt, derzeit eine Studie durch, die die Möglichkeit für eine Produktion von blauem Ammoniak beziehungsweise Wasserstoff in der Jamal-Region in Nordwest-Sibirien untersucht. "Erdgas, einschließlich Flüssiggas, ersetzt bereits andere Brennstoffe mit höheren CO2-Emissionen", wird Lev Feodosyev, erster stellvertretender Vorstandsvorsitzender von Novatek, in der RWE-Mitteilung zitiert. Als Russlands größter unabhängiger Erdgasproduzent arbeite Novatek daran, "den niedrigen CO2-Fußabdruck unseres in der russischen Arktis produzierten LNGs weiter zu verringern", erklärt Feodosyev weiter. "Mit unserer Studie untersuchen wir jetzt die Machbarkeit einer Anlage in der Nähe unseres LNG-Clusters auf Jamal. Dort könnten wir blauen Ammoniak und Wasserstoff mithilfe von CCS erzeugen und damit Endkunden in Europa und Asien beliefern."

Von blauem Wasserstoff spricht man, wenn das bei der Herstellung entstehende CO2 gebunden und nicht in die Atmosphäre abgegeben wird. Die Technologie hierzu nennt sich CCS (Carbon Capture and Storage). Blaues Ammoniak wird aus Stickstoff und blauem Wasserstoff hergestellt.

Flexible Stromversorgung als Back-up nötig

Zudem beabsichtigen die beiden Partner, ihre Zusammenarbeit im Geschäft mit Flüssiggas (Liquefied Natural Gas, LNG) weiter auszubauen. Beide Unternehmen befürworten eigener Aussage nach, mehr Transparenz im Bereich Treibhausgasemissionen und wollen daher Möglichkeiten zur Nutzung von Emissionsgutschriften für den Einsatz von LNG prüfen.

Wie Javier Moret betont, brauche es in Deutschland neben einem massiven Zubau von Erneuerbare-Energieanlagen eine flexible Stromversorgung als Back-up für die Versorgungssicherheit. "Diese Aufgabe sollen letztlich Anlagen übernehmen, die künftig mit grünen Energieträgern betrieben werden – zum Beispiel Gaskraftwerke, die grünen Wasserstoff nutzen", so der Leiter des weltweiten LNG-Geschäfts von RWE Supply & Trading.

Bis ausreichende Mengen an grünem Wasserstoff bereit stünden, würden jedoch Zwischenlösungen wie Gas, LNG und blauer Wasserstoff benötigt. "Wir freuen uns daher sehr, gemeinsam mit Novatek daran zu arbeiten, Europa künftig mit großen Mengen an blauem und grünem Wasserstoff versorgen zu können", sagt Moret. Über die Mengen machen die Partner derzeit noch keine Angaben. 

RWE will im Rahmen seiner "Growing Green"-Strategie bis zum Jahr 2030 über 50 Mrd. Euro in den Ausbau seines Ökostromgeschäfts investieren. Parallel dazu soll die Stromerzeugung vor allem aus Kohle, mit der RWE noch einen großen Anteil seiner Gewinne einfährt, reduziert werden. Für alle seine bestehenden Gaskraftwerke entwickelt der Konzern einen Fahrplan für die grüne Umrüstung. RWE betreibt derzeit eigenen Angaben nach den zweitgrößten Gaskraftwerkspark in Europamit einer installierten Leistung von 14.000 MW.
 

Davina Spohn
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