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PHOTOVOLTAIK:
RWE baut PV-Anlage mit Speicher auf Braunkohlefläche
RWE hat von der Bundesnetzagentur im Rahmen einer Innovationsausschreibung den Zuschlag für ein Solarprojekt im Braunkohlentagebau Hambach erhalten.
 
Der Essener Energiekonzern RWE will im künftigen Uferbereich des geplanten Hambacher Tagebausees eine Photovoltaik-Anlage mit Batteriespeicher errichten. Bis der See seinen finalen Füllstand erreicht hat, bleibt viele Jahre Zeit, das Gelände temporär für einen großen Solarpark zu nutzen.

Die Bundesnetzagentur hatte für den ersten Gebotstermin in diesem Jahr insgesamt 397 MW Leistung ausgeschrieben, mit der besonders ambitionierte Erneuerbaren-Projekte ermöglicht werden sollen. Dabei war RWE erfolgreich: Die Bundesnetzagentur hat dem Unternehmen eine fixe Marktprämie für den Solarstrom aus dem Tagebau Hambach zugesagt. Jetzt will man die Baugenehmigung beantragen. Idealerweise, so teilte RWE mit, könnte die Anlage ab September 2023 ans Netz gehen.

Die Hambacher Solarmodule sollen in der Spitze 12,2 MW bereitstellen. Der angeschlossene Batteriespeicher wird auf eine zweistündige Stromaufnahme oder -abgabe von 4,1 MW Leistung ausgelegt. Damit fungiert er als Puffer zwischen Solarstrom-Erzeugung und Versorgungsnetz, sodass die Einspeisung besser auf den Bedarf abgestimmt werden kann. Die Anlage am künftigen See ist unter dem Namen „PV Hambach I” die vierte ihrer Art im Rheinischen Braunkohlenrevier.

RWE Renewables will bis 2030 bis zu 1.000 Megawatt errichten

Katja Wünschel, CEO Wind Onshore und Solar Europa & Australien bei RWE Renewables, erklärte dazu: „Auch mit dem Projekt im Tagebau Hambach zahlen wir auf den Gigawattpakt Rheinisches Revier ein, mit dem die Landesregierung vor wenigen Tagen die Energiewende in NRW forciert hat. Wir unterstützen diesen Aufbruch. NRW ist ein Schwerpunkt unserer Innovations- und Wachstumsstrategie mit Bruttoinvestitionen von rund vier Milliarden Euro. Bis 2030 wollen wir dort Erneuerbare-Energien-Projekte mit einer Leistung von 1.000 Megawatt errichten, davon mindestens 500 Megawatt im Rheinischen Revier.“

Lars Kulik, für die Braunkohle zuständiges Vorstandsmitglied des Tagebaubetreibers RWE Power: „Energiewende und Strukturwandel kommen im Rheinischen Revier mit diesem Projekt weiter voran. Gerade auf Tagebauflächen ist reichlich Raum für die Erneuerbaren. Damit bleibt das Revier auch in Zukunft Energiestandort und macht unsere Versorgung ein Stück weniger abhängig von importierten Energieträgern.“

Im Rheinischen Revier betreibt RWE bereits Windparks in Bedburg, Bergheim, Eschweiler, Grevenbroich, Jüchen und Titz. Sie liegen alle auf ehemaligen Bergbauflächen. Weitere Windparks sind in Bau oder in Vorbereitung. Photovoltaik-Projekte sind geplant oder im Bau in den Braunkohlentagebauen Garzweiler und Inden. In Bergheim-Paffendorf und am Kraftwerk Neurath (Grevenbroich) betreibt RWE zwei Biogasanlagen mit zusammen gut 8 MW thermischer Leistung.
 

Günter Drewnitzky
Redakteur
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