Im Tagebau Hambach ensteht ein Batteriespeicher. Quelle: RWE
Der Energiekonzern RWE installiert auf dem Gelände des Tagebaus Hambach einen Energiespeicher. Er soll im Jahr 2027 in Betrieb genommen werden.
RWE errichtet auf dem Betriebsgelände des Tagebaus Hambach eine neue Batteriespeicheranlage, teilte der Konzern am 28. Juli mit. Die Anlage entsteht auf Höhe der Gemeinde Niederzier im Kreis Düren. Der Großspeicher verfügt laut RWE über eine Leistung von 236 MW und eine Kapazität von 470 MWh. Bereits Ende 2025 hatten die bauvorbereitenden Arbeiten auf einer Fläche von drei Hektar begonnen. Für 2027 ist die Inbetriebnahme vorgesehen. Die ersten der insgesamt 128 Lithium-Ionen-Batterie-Container sind bereits angeliefert worden.
Der Batteriespeicher in Hambach soll zur Stabilität des Stromnetzes beitragen, indem er unter anderem Regelenergie bereitstellt, teilte der Versorger weiter mit. Darüber hinaus ist die Anlage technisch darauf ausgelegt, zukünftige Netzdienstleistungen wie Momentanreserve zu erbringen.
Im Tagebau Hambach hat RWE bereits drei Solaranlagen mit einer Gesamtkapazität von rund 50 MW sowie einen integrierten Batteriespeicher mit 4,1 MW gebaut (wir berichteten). Wenige Kilometer entfernt, im Bereich der künftigen Manheimer Bucht, errichtet RWE einen Solarpark mit einer Leistung von 14,8 MW. Dazu kommt ein benachbarter Batteriespeicher, der auf eine Kapazität von 80 MWh ausgelegt ist.
Kohleabbau in Hambach endet in drei Jahren
Der Tagebau Hambach liegt zwischen Jülich im Kreis Düren und Kerpen (Rhein-Erft-Kreis). Er wurde 1978 in der Nähe des Niederzierer Ortsteils Hambach begonnen. In Spitzenzeiten förderte der zwischenzeitlich bis zu 411 Meter tiefe Tagebau so viel Braunkohle für die unternehmenseigenen Kraftwerke, dass mit ihr fünf Prozent des gesamten deutschen Strombedarfs gedeckt wurden.
Im Jahr 2029 wird die Kohlegewinnung im Tagebau Hambach im Zuge des gesetzlichen Kohleausstiegs beendet. Zurzeit laufen nach Auskunft von RWE mehrere große regionalplanerische Genehmigungsverfahren. Sie sollen festlegen, wie die von einem großen See und Wald geprägte Landschaft künftig aussehen wird, die der Tagebau hinterlässt.
Insgesamt betreibt RWE neun Onshore-Windparks und neun Photovoltaikanlagen im gesamten Rheinischen Revier − vier davon mit integriertem Batteriespeicher. Weitere Wind- und Solarparks sind in der Region im Bau und in Planung. Insgesamt komm das Unternehmen nach eigenen Angaben hier auf über 100 MW Leistung. Weitere Solarprojekte seien in Bau und in Planung. Solarparks im Tagebau profitieren von der vorhandenen Energieinfrastruktur mit hohen Einspeisekapazitäten. Genehmigungsstrategisch von Vorteil seien auch die deutlich vereinfachten Bauleitplanverfahren. (hr)
Dienstag, 28.07.2026, 14:45 Uhr
Heidi Roider
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