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Enerige & Management > Regenerative - Rustorf bekommt Energie aus der Heimat
Andreas Jakob (Mitte), Gerhart Pfaffinger (r.) und Thomas Oppelt. Quelle: Bayernwerk/Bartels
REGENERATIVE:
Rustorf bekommt Energie aus der Heimat
Regional, dezentral, ökologisch: Mit dem bereits elften regionalen Strommarkt geht im niederbayerischen Ruhstorf ein weiterer „Hofladen für Energie“ an den Start.
 
Die Bürgerinnen und Bürger von Rustorf können über den neuen regionalen Strommarkt den vor Ort erzeugten Strom aus erneuerbaren Energien beziehen. Das Angebot stellten am Dienstag, 30. August, Vertreter von Gemeinde und Bayernwerk vor.

Mit der Sonnenenergie aus der Nachbarschaft den Wäschetrockner starten, das E-Bike laden oder den Kühlschrank laufen lassen: Mit dem Tarif „RegioEnergie Ruhstorf“ können die Bürgerinnen und Bürger künftig zertifizierten Ökostrom aus der Region beziehen, der auch beim Preis die überregionalen Wettbewerber deutlich unterbietet: So liegt der Arbeitspreis für eine Kilowattstunde hier bei 35,97 Ct/kWh, während vergleichbare Angebote ab rund 58 Ct/kWh beginnen.

Die Strommengen dafür werden weitgehend aus regionalen Photovoltaikanlagen und Wasserkraftwerken gedeckt. Fürs Erste stellt die PV-Freiflächenanlage von Landwirt Gerhart Pfaffinger mit rund 1 MW die zunächst benötigte Strommenge bereit. Weitere Einspeiser von Erneuerbaren der näheren Umgebung können ebenfalls mitmachen und ihren Strom direkt vor Ort vermarkten.

„Mit dem neuen, innovativen Angebot bringen wir zum ersten Mal die Erzeuger und Verbraucher auf dem heimischen Energiemarkt zusammen. Wenn wir den Strom über eine regionale Plattform, direkt aus der Nachbarschaft, beziehen, können wir ein gutes Stück zur Wertschöpfung wie auch zur Verbesserung der Klimabilanz vor Ort beitragen“, erklärte Andreas Jakob, Bürgermeister von Ruhstorf, bei der Vorstellung des Projekts. „Ich denke, das ist im Kleinen ein richtungsweisender Schritt in die zukünftige Stromversorgung: Dezentral, flexibel und mit einem persönlichen Ansprechpartner vor Ort“, so Jakob.

Oppelt: Sicherheit, Nachhaltigkeit und Nähe gefragt

Nach den Worten von Thomas Oppelt, Geschäftsführer der Bayernwerk Regio Energie, kommt Ruhstorf jetzt der Energiezukunft ein Stückchen näher. „Gerade in dieser Zeit gibt es ein Bedürfnis der Menschen nach Versorgungssicherheit, Nachhaltigkeit und regionaler Nähe. Die Menschen wollen Energie aus der Heimat. Dort erzeugt, dort verbraucht.“

Das Bayernwerk biete die Technologie, die zur Umsetzung dieser Strommärkte erforderlich ist. Mit der Vernetzung dezentraler Erzeugung zu regionalen und lokalen Märkten nehme das Energiesystem eine echte Neuausrichtung. „Wir haben noch viel vor, wir wollen weitere Digitalisierungs- und Visualisierungslösungen einbauen und den Strommarkt in Richtung eines physischen Strommarkts weiterentwickeln“, blickte Oppelt in die Zukunft.

Neben Ruhstorf können Bürger aus folgenden Gemeinden am regionalen Strommarkt teilnehmen: Bad Griesbach, Pocking, Kirchham, Bad Füssing, Tettenweis, Kößlarn, Malching und Rotthalmünster, Neuhaus am Inn, Neuburg am Inn sowie Fürstenzell. Auch eine Beteiligung weiterer Energieerzeuger aus der Nähe ist möglich. Mehr Informationen auf der Projektseite  des Bayernwerks.
 

Günter Drewnitzky
Redakteur
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Donnerstag, 01.09.2022, 10:15 Uhr

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