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Enerige & Management > Photovoltaik - Rund 500 Mrd. kWh Strom pro Jahr über Agri-PV möglich
Quelle: Fraunhofer ISE
PHOTOVOLTAIK:
Rund 500 Mrd. kWh Strom pro Jahr über Agri-PV möglich
Das Fraunhofer-Institut für solare Energiesysteme (ISE) hat seinen Agri-PV-Leitfaden aktualisiert. Auch zu Wirtschaftlichkeit und Geschäftsmodelle mit Agri-PV gibt es nun ein Kaptiel.
 
Auch in der nun zweiten veröffentlichen Auflage des Leitfadens "Agri-Photovoltaik: Chancen für Landwirtschaft und Energiewende" beleuchtet das Fraunhofer ISE die Technologie, ihr Potenzial sowie den aktuellen Entwicklungsstand. Hinzugekommen ist jedoch ein Kapitel zur Wirtschaftlichkeit und Geschäftsmodellen mit Agri-PV. Auch unterbreiten die Fraunhofer Forscherinnen und Forscher Vorschläge, wie die Agri-PV weiter vorangetrieben werden kann.

Als oberste Prämisse für den Ausbau sieht Max Trommsdorff die Aufnahme der Agri-PV in die Regelausschreibungen des Erneuerbaren-Energien-Gesetztes (EEG). Die Flächen sollten nicht mehr aus der EU-Agrarförderung fallen, wie der Gruppenleiter Agri-Photovoltaik am Fraunhofer ISE betont. "Auch hoch aufgeständerte Anlagen sollten in den ersten Jahren der Förderung eine realistische Chance erhalten, im Wettbewerb mit herkömmlichen Freiflächenanlagen einen Zuschlag bei den Ausschreibungen zu erhalten", sagte Trommsdorff. Eine Prämie von einem 0,5 Ct/kWh sieht er dafür als nicht ausreichend an.
 
Leitfaden "Agri-Photovoltaik: Chancen für Landwirtschaft und Energiewende" (zum Öffnen bitte auf das PDF klicken)
Quelle: Fraunhofer ISE

Mit dem Leitfaden wollen die beteiligten Forscherinnen und Forscher Landwirtschaftsbetrieben, Kommunen und Unternehmen praktische Hinweise zur Nutzung der Agri-PV an die Hand geben. Erfolgreiche Anwendungsbeispiele und die internationale Entwicklung der noch jungen Technologie etwa in den USA, in Frankreich und Chile sollen dabei helfen. Auch jüngste Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingung in Deutschland wurden in den Leitfaden mit aufgenommen.

Neue, mögliche Einnahmequelle für Landwirtschaft

"Kluges technisches Know-how ist der Weg, um Photovoltaik auszubauen, ohne der Landwirtschaft wertvolle Flächen zu entziehen", schreibt Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) im Vorwort des Leitfadens. Im Gegenteil: Die speziellen Solaranlagen könnten den Betrieben neue Einkommensquellen bieten und helfen, die Resilienz vieler Bauernhöfe gegenüber Ernteausfällen zu stärken. 

Das Potenzial sei groß: Mit rund 4 % der deutschen Agrarflächen und hoch aufgeständerter Agri-PV ließen sich circa 500 Mrd. kWh Strom erzeugen, was in etwa dem heutigen Strombedarf in Deutschland entspricht. Wie die Forschenden betonen, können sich auch die Kosten der Agri-PV sehen lassen: Mit Stromgestehungskosten zwischen sechs und elf Cent pro Kilowattstunde sei die Agri-PV heute durchaus konkurrenzfähig mit anderen Stromerzeugungstechnologien.

Der Leitfaden "Agri-Photovoltaik: Chancen für Landwirtschaft und Energiewende"   ist auf der Internetseite des Fraunhofer ISE zum Download abrufbar. Neben Fraunhofer waren auch Forschende des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), der Universität Hohenheim, der Hochschule Weihenstephan-Triesdort sowie die Unternehmen Baywa Re und die Kanzlei Becker Büttner Held (BBH) an der 72-seitigen Publikation beteiligt. 
 

Davina Spohn
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