• Strom: Day Ahead wieder unter 30 Euro
  • Gas: Wieder abwärts
  • Weltweit ist die Windbranche im Aufschwung
  • Rekordinvestition in das Berliner Stromnetz
  • PV boomt, Wind bei Ausschreibung weiter in der Krise
  • Ab sofort mehr staatliches Geld beim E-Auto-Kauf
  • IEA mahnt Stromnetzausbau in Deutschland an
  • UBA für Marktpreis ohne Abschläge für Ü20-Solaranlagen
  • Beratungsunternehmen gründet RPA-Firma
  • 22 neue Wasserstofftankstellen in Deutschland
Enerige & Management > Windkraft - Riffgat: EWE wirft TenneT Fahrlässigkeit vor
Bild: Fotolia.com, zentilia
WINDKRAFT:
Riffgat: EWE wirft TenneT Fahrlässigkeit vor
Nach Angaben des Netzbetreibers TenneT wird sich die Anbindung des Offshore-Windparks Riffgat in der Nordsee verzögern, da noch Munition aus dem Zweiten Weltkrieg vom Meeresgrund geborgen werden muss.
 
Wie ein EWE-Sprecher gegenüber E&M powenews erklärte, habe der Übertragungsnetzbetreiber erst im Dezember 2012 mitgeteilt, dass der für die Anbindung geplante Termin im März dieses Jahres nicht gehalten werden könne. Den neuen Termin habe EWE trotz mehrfacher Nachfragen quasi erst über die Medien erfahren.

Auf Nachfrage von E&M powernews sagte eine TenneT-Sprecherin, dass die Netzanbindung bis Mitte Februar 2014 erfolgen werde. Zwar sei bekannt gewesen, dass Munition aus dem Zweiten Weltkrieg in der Nordsee verklappt wurde. Dies sei auch bei der Trassenplanung berücksichtigt worden. Vorher erstellte Studien seien allerdings von einer geringeren Menge ausgegangen, als nun im letzten Drittel des Seekabelabschnitts tatsächlich vorgefunden wurde. Erschwerend komme hinzu, dass durch die Strömung ein Teil der Munition verschoben worden sei. Schließlich habe auch schlechte Sicht am Meeresgrund die vollständige Bergung verzögert, die „in Kürze“ jedoch abgeschlossen sein soll.

Für EWE sind die Verzögerung und deren Begründung nicht nachvollziehbar. TennetT habe zu spät damit begonnen, das tatsächliche Ausmaß der Munitionsverklappung, die seit Jahrzehnten bekannt und in allen Seekarten vermerkt sei, zu untersuchen. Der Netzbetreiber habe in dieser Hinsicht fahrlässig gehandelt, so ein EWE-Sprecher. Das Oldenburger Unternehmen selbst habe schon Jahre vor der Errichtung der Windkraftanlagen das Baufeld auf Munitionsvorkommen untersucht.

Der TenneT-Sprecherin zufolge steht aufgrund der verzögerten Bergung nun das ursprünglich gebuchte Kabelverlegeschiff vorübergehend nicht mehr zur Verfügung.
90 % des entgangenen Ertrags bekommt EWE von TenneT ersetzt, 10 % werden jedoch nicht vergütet, ebenso wie weitere Nebenkosten, etwa für das Drehen der Anlagen. Der Schaden für EWE werde sich auf mehrere Millionen Euro belaufen, so der Sprecher.

Der Windpark Riffgat, etwa 15 km nordwestlich vor Borkum gelegen, umfasst auf einer Fläche von rund 6 km2 insgesamt 30 Windräder mit einer installierten Gesamtleistung von 108 MW. Betrieben wird er von der Offshore-Windpark Riffgat GmbH & Co. KG, einer gemeinsame Gesellschaft der EWE Energie AG (90 %) und der ENOVA Energiesysteme GmbH & Co KG (10 %).
 

Fritz Wilhelm
Stellvertretender Chefredakteur
+49 (0) 6007 9396075
eMail
facebook
© 2020 Energie & Management GmbH
Montag, 05.08.2013, 16:32 Uhr

Mehr zum Thema