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Enerige & Management > Windkraft - Remmel kritisiert Festlegungen für Windkraftausbau
Bild: Fotolia.com, DeVIce
WINDKRAFT:
Remmel kritisiert Festlegungen für Windkraftausbau
Unzufrieden zeigt sich Nordrhein-Westfalens Umweltminister mit dem vom BMWi modifizierten Eckpunktpapier für die geplanten Ausschreibungen erneuerbarer Energien.
 
„Dass das jährliche Ausschreibungsvolumen für die Windkraft an Land 2 900 Megawatt brutto betragen soll, ist eine wirklich höchst unerfreuliche Entwicklung, gegen die wir angehen werden“, sagte der Grünen-Politiker Johannes Remmel am 26. November zum Auftakt der 4. Windenergietage NRW in Bad Driburg. In dem zehnseitigen Papier vermisst Remmel zudem klare Regelungen für den Erhalt der Akteursvielfalt in der Windbrache, sprich besondere Schutzräume für kleinere Stadtwerke und Projektierer sowie Bürgerenergiegruppen. Einem entsprechenden Antrag Nordrhein-Westfalens im Bundesrat hatte eine breite Mehrheit der Ländervertreter Anfang November zugestimmt. Um die Dynamik des Windkraftausbaus nicht zu stoppen, hatten sich in den vergangenen Wochen mehrere Länderregierungen mit grüner Regierungsbeteiligung sowie die Windenergie-Lobby wiederholt für ein Ausschreibungsvolumen von mindestens 4 400 MW pro Jahr ausgesprochen.
 
Das nun vorliegende Eckpunktepapier bewertete Remmel als „Verhandlungssache“: „Damit ist aber wieder eine Verunsicherung verbunden, die ich der Windbranche gerne erspart hätte.“ Remmels Widerstand gegen die Pläne des Bundeswirtschaftsministeriums kommen nicht von ungefähr. Sollte es wirklich bei dem jährlichen Ausschreibungsvolumen von 2 900 MW bleiben, werden die Pläne der rot-grünen Regierungsfraktionen in Düsseldorf für den landesweiten Windkraftausbau endgültig zur Makulatur. Danach soll die Windenergie Ende 2020 einen Anteil von 15 % an der landesweiten Stromerzeugung haben. Nach Anlaufschwierigkeiten sieht sich Remmel auf einem guten Weg: „Wir haben bei Windkraftausbau die Trendwende geschafft, wir haben aktuell das höchste Zubau-Niveau seit zehn Jahren.“ Bis Ende September war zwischen Rhein und Weser eine Windkraft-Leistung von 184 MW neu in Betrieb gegangen. Bis Ende des Jahres dürfte die 300-MW-Marke geknackt sein, womit zumindest das Vorjahresniveau von 307 MW erreicht würde. „Um die Landesziele zu erreichen, bräuchten wir einen jährlichen das jährliche Ausschreibungsvolumenbau von mindestens 630 Megawatt“, relativierte Klaus Schulze Langenhorst, Vorsitzender des Landesverbandes NRW im Bundesverband Windenergie, die von Remmel formulierte Trendwende. Bereits in den Jahren 2002 und 2003 haben NRW jeweils einen Windkraft-Zubau von mehr als 400 MW zu verzeichnen gehabt. Das jüngste Eckpunktepapier aus dem Bundeswirtschaftsministerium kommentierte Schulze Langenhorst nur abschätzig: „Das ist eine reine Gängelung der Windenergie an Land und führt zum Abwürgen des weiteren Windkraftausbaus.“
 
Um in Nordrhein-Westfalen mehr Windturbinen ans Netz zu bringen, setzt Umweltminister Remmel auf mehr Aufklärung und Akzeptanzkampagnen: „In übergeordneten Umfragen genießt die Energiewende bei der Bevölkerung noch immer hohe Sympathien. Je näher ein Windpark aber an das eigene Dorf und Haus heranrückt, desto geringer fällt die Akzeptanz aus.
 

Ralf Köpke
© 2020 Energie & Management GmbH
Donnerstag, 26.11.2015, 14:25 Uhr

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