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Enerige & Management > Photovoltaik - Rekordhoch bei Solarstrom
Quelle: Shutterstock/Frank Oppermann
PHOTOVOLTAIK:
Rekordhoch bei Solarstrom
Photovoltaik-Anlagen erzeugten einer Studie zufolge im Juni und Juli 10 % des Stroms in der Europäischen Union. In Deutschland stieg der Anteil auf 17 %.
 
Der Solarstrom trug im Juni und Juli dieses Jahres mit 39 Mrd. kWh zur Elektrizitätsversorgung in der Europäischen Union bei. Das waren umgerechnet 10 %. In acht EU-Staaten, darunter Deutschland, stieg der Anteil der Photovoltaik auf neue Höchstwerte. Um die für 2030 angestrebten Klimaziele zu erreichen, müsse die Ausbaurate jedoch verdoppelt werden. Das geht aus einer Analyse der britischen Denkfabrik Ember hervor.

Im Vergleich zu den beiden Sommermonaten des vergangenen Jahres nahm die Solarstromproduktion in der EU um 5,1 Mrd. kWh zu. In den Jahren davor betrug dieses Plus 3,1 Mrd. kWh (2020) und 2,6 Mrd. kWh (2019). Im Jahr 2018 lieferte Photovoltaik 28 Mrd. kWh.

Sieben Länder erzeugten mehr als ein Zehntel ihres Storms mit Sonnenenergie. An erster Stelle des Vergleichs rangieren die Niederlande und Deutschland mit jeweils 17 %. Dahinter folgen Spanien (16 %) sowie Griechenland und Italien (beide 13 %). Neue Höchstwerte erzielten diesen Juni und Juli laut Studie Estland, Deutschland, Ungarn, Litauen, die Niederlande Polen, Portugal und Spanien.

Ungarn kam auf einen Solarstromanteil von 12 % – viermal mehr als im Sommer 2018. Spanien und die Niederlande verdoppelten in der gleichen Zeit ihren Anteil. Estland und Polen, wo Photovoltaik vor drei Jahren noch keine Rolle spielte, produzierten diesen Juni und Juli 10 % und 5 % des Stroms auf der Basis dieser Technik.

Kohle sticht Sonne aus

Ungarn speiste zum ersten Mal mehr Solar- als Kohlestrom ins Netz ein. Der Anteil des mit dem fossilen Energieträger erzeugten Stroms sank von 17 % im Jahr 2018 auf 10 % in diesem Sommer. Den Wendepunkt in der Versorgung, dass mehr Solar- als Kohlestrom fließt, hatten Griechenland und Portugal 2020 erreicht. Staaten wie die Niederlande, Italien, Frankreich, Spanien und Belgien in den Jahren davor.

Europaweit floss auch diesen Juni und Juli mehr Kohle- als Solarstrom durch die Netze. Insgesamt waren es laut Ember 58 Mrd. kWh. Das entsprach einem Anteil am Strommix von 14 %.

Geht der Ausbau der Photovoltaik in dem bisherigen Tempo weiter, verfehlt die EU nach Einschätzung der Studienautoren die proklamierten Klimaziele. Und das nicht nur ein bisschen. Zuletzt haben die 27 EU-Staaten jährlich rund 14 Mrd. kWh zugebaut. Um dem CO2-Ausstoß wie geplant zu reduzieren, müsste die Ausbaurate auf 30 Mrd. kWh pro Jahr erhört werden, schreiben sie.

Anzeichen für "Solar-Revolution" im EU-Ausland

Der Markt sei reif für solches Wachstum. Stromerzeugung in neuen Solarparks komme in wichtigen Märkten wie Deutschland, Italien, Frankreich oder Spanien unterm Strich nur halb so teuer wie Kohleverstromung. Die Gestehungskosten für Solarparks seien seit 2010 von umgerechnet 325 Euro auf 48 Euro je MWh Stunde im Jahr 2020 gesunken.

Europa habe sein Potenzial für Solarenergie längst noch nicht ausgeschöpft, sagt Ember-Experte Charles Moore. „Wir sehen erste Anzeichen einer Solar-Revolution in Ländern wie Spanien, den Niederlanden, Ungarn und sogar in Polen.“ Es sei jedoch noch ein weiter Weg, bis Solartechnik in Europa mehr Strom liefert als fossile Brennstoffe – selbst im Hochsommer.
 

Manfred Fischer
© 2022 Energie & Management GmbH
Mittwoch, 18.08.2021, 13:38 Uhr

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