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Enerige & Management > Statistik - Rekordhalbjahr bei erneuerbaren Energien
Bild: Jonas Rosenberger / E&M
STATISTIK:
Rekordhalbjahr bei erneuerbaren Energien
Ein stürmischer Januar und viele Sonnentage machten es möglich: Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien legte im ersten Halbjahr 2018 deutlich zu.
 
Insgesamt wurden in den ersten sechs Monaten etwa 117 Mrd. kWh Strom aus erneuerbaren Energieanlagen erzeugt und damit fast 10 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Ein Plus von 10 Mrd. kWh. Das geht aus offiziellen Daten der Arbeitsgruppe Erneuerbare-Energien-Statistik im Auftrag des Umweltbundesamtes hervor. Die außergewöhnliche Entwicklung ist vor allem auf überdurchschnittliche Windbedingungen zurückzuführen. Bereits der sehr stürmische Januar 2018 erzielte eine Windstrom-Rekordproduktion. Bei der Stromerzeugung aus Photovoltaikanlagen gab es schon im Mai und Juni neue und deutliche Höchstwerte, teilte das Umweltbundesamt mit.

Windstrom macht fast 50 % aus 

Zum Gesamtergebnis von 117 Mrd. kWh trugen die Windenergie an Land und auf See mit zusammen 57 Mrd. kWh fast 50 % bei, die Photovoltaik-Stromerzeugung stieg auf 24 Mrd. kWh (20 % der Gesamterzeugung). Die Wasserkraft lag mit etwa 10 Mrd. kWh bei etwa 9 % und die Stromerzeugung aus Biomasse sowie biogenem Abfall summierte sich auf 26 Mrd. kWh (22 %).

Dieser positiven Entwicklung steht allerdings ein Rückgang der neu installierten Leistung bei der Windkraft (1 633 MW) um mehr als 43 % im Vergleich zum Vorjahr gegenüber. Das ist der schwächste Wert in einem ersten Halbjahr seit 2013. In den vergangenen vier Jahren lag die neu installierte Leistung allerdings stets deutlich oberhalb der im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) angestrebten Ausbaupfade.

In dem Bericht wird in diesem Zusammenhang darauf verwiesen, dass der Einbruch bei der Photovoltaik ab 2013 äußerst negative Konsequenzen für die Solarbranche in Deutschland hatte. Eine vergleichbare Entwicklung bei der Windenergie müsse unbedingt vermieden werden, heißt es. Die Bundesregierung sollte deshalb nach Einschätzung des Umweltbundesamtes zügig die im Koalitionsvertrag verankerten Sonderausschreibungen durchführen.

PV legte beim Zubau leicht zu

Im Bereich der Photovoltaik stieg der Zubau neuer Anlagen hingegen leicht an. Zum ersten Mal seit Jahren lag er damit wieder im geplanten Zielkorridor von 2 400 bis 2 600 MW pro Jahr.

Um das Ziel der Bundesregierung von insgesamt 65 % erneuerbar erzeugter Energie bis 2030 sicher zu erreichen, müssten jährlich jeweils mindestens 4 500 MW Windenergie- und Photovoltaikleistung errichtet werden, schätzt das Umweltbundesamt.

Die Arbeitsgruppe Erneuerbare-Energien-Statistik, die im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums die Nutzung der erneuerbaren Energien bilanziert, erstellt kontinuierlich auf der Grundlage aktuell verfügbarer Daten erste Abschätzungen zur Entwicklung der erneuerbaren Energien.
 

Günter Drewnitzky
© 2020 Energie & Management GmbH
Montag, 20.08.2018, 17:13 Uhr

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