• Erster Zwischenschritt erreicht
  • Agora: Klimapaket verfehlt CO2-Ziel um zwei Drittel
  • Rimmler verlängert bei GVS
  • Zusätzliche Maßnahmen für Steinkohleausstieg nötig
  • Zwei Billionen Euro klimafreundlich investieren
  • Energiebranche bekommt Rückendeckung bei 450-MHz-Nutzung
  • Volkswagen baut Batteriezellen in Pilotanlage
  • Dramatischer Appell der Klimaforscher
  • Sicher in den Rollout: Smart Meter Gateways & Services
  • Erhebliches Potenzial bei Windkraft
Enerige & Management > Stromnetz - Regeln für den Fall kritischer Netzsituationen in Kraft
Bild: Fotolia.com, Gina Sanders
STROMNETZ:
Regeln für den Fall kritischer Netzsituationen in Kraft
Fünf Szenarien beschreiben die Zusammenarbeit zwischen nachgelagerten Netzbetreibern, um in bestimmten Situationen die Systemstabilität gewährleisten zu können.
 
Klare Beschreibungen von Verantwortlichkeiten, Reaktionszeiten und Kommunikationswegen – das ist das Ziel der neuen Anwendungsregel des Verbands der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE). Sie wurde vom Forum Netztechnik/Netzbetrieb für den Fall erstellt, dass Maßnahmen einzelner Netzbetreiber nicht mehr ausreichen, um die System- und Netzstabilität zu erhalten.

Die VDE-Anwendungsregel mit dem Titel „Kaskadierung von Maßnahmen für die Systemsicherheit von elektrischen Energieversorgungsnetzen“ ist am 1. Februar 2017 in Kraft getreten. Sie definiert zum einen die Rollen aller Beteiligten, zum anderen deren Kompetenzen und schließlich beschreibt sie in fünf Szenarien, wann die operative Kaskade ausgelöst wird: bei einem Netzengpass wegen Erzeugungsüberschuss oder zu geringer Netzlast, bei Systembilanzabweichung wegen eines Erzeugungsüberschusses oder geringer Netzlast, bei einem Netzengpass wegen zu hoher Netzlast oder zu geringer Erzeugung, bei einer Systembilanzabweichung wegen Erzeugungsmangel oder zu hoher Netzlast und bei einem Spannungsproblem (schleichender Spannungskollaps). Sie legt außerdem im Detail fest, wer welche Handlungen in welcher Abfolge vorzunehmen hat.

Die entsprechende Kommunikation wird über Standardformulare abgewickelt, die helfen sollen, in zeitkritischen Situationen Fehler zu vermeiden. Im Gegensatz zu dem bisher im sogenannten Transmission Code 2007 festgelegten Kaskadierungsprinzip und seinen entsprechenden Maßnahmen schreibt die neue Anwendungsregel auch eine konkrete Reaktionszeit vor. Diese beträgt für jede Kaskadierungsstufe maximal zwölf Minuten.

Da nach Einschätzung des VDE viele Unternehmen Zeit brauchen werden, um sich auf die neuen Anforderungen vorzubereiten, gilt eine Übergangsfrist von zwei Jahren zur Umsetzung des Regelwerks mit der Bezeichnung VDE-AR-N 4140. Es ist beim VDE-Verlag erhältlich.
 

Fritz Wilhelm
Stellvertretender Chefredakteur
+49 (0) 6007 9396075
eMail
facebook
© 2019 Energie & Management GmbH
Mittwoch, 01.02.2017, 15:16 Uhr

Mehr zum Thema