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Enerige & Management > Studien - Reden von Energie-Vorständen nur mittelmäßig verständlich
Quelle: Fotolia / alphaspirit
STUDIEN:
Reden von Energie-Vorständen nur mittelmäßig verständlich
Eine Studie der Universität Hohenheim hat die Verständlichkeit der Reden der DAX-CEO untersucht. RWE, Eon und Siemens Energy landen im Mittelfeld.
 
 
20 Punkte galt es zu erreichen, der Durchschnitt lag bei 14,3 Punkten: Forscher der Universität Hohenheim haben die Reden der Vorstandsvorsitzenden der DAX-Unternehmen auf den jeweiligen Hauptversammlungen auf ihre Verständlichkeit hin untersucht. Eine spezielle Software analysierte dafür die Redemanuskripte unter anderem auf Schachtelsätze, Fachbegriffe, Fremdwörter und zusammengesetzte Wörter.

Die Reden der Chefs der deutschen Energieunternehmen schnitten dabei nur mittelmäßig ab: Am besten schlug sich Leonhard Birnbaum, Vorstandsvorsitzender von Eon, mit 16,1 Punkten. Die Rede von Markus Krebber, Vorstandsvorsitzender der RWE, erreichte 13,1 Punkte, die vom Siemens-Energy-Vorstandsvorsitzenden Christian Bruch gerade einmal 11,3 Punkte.

Letzter fiel dabei vor allem durch die Verwendung von Passivsätzen ("Bei Onshore wurden Maßnahmen eingeleitet") und schwer verständlichen Worten ("Hochspannungsgleichstromprojekt") auf. An der Rede von RWE-Chef Markus Krebber kritisierten die Forscher vor allem die Verwendung von Schachtelsätzen ("Sollte die Bundesregierung unsere Anlagen, die wir eigentlich jetzt abschalten würden, aus Gründen der Versorgungssicherheit brauchen, halten wir diese länger als geplant verfügbar.")

Kurze Sätze, Fachbegriffe vermeiden

Spitzenreiter in Sachen Verständlichkeit ist der Studie zufolge Nikolai Setzer, Vorstandsvorsitzender von Continental, mit 20 Punkten, gefolgt von Timotheus Höttges (Telekom, 19,8 Punkte) und Theodor Weimer (Deutsche Börse, 18,8 Punkte). Insgesamt seien die Reden im Laufe der Jahre verständlicher geworden, hieß es in einer Mitteilung der Universität Hohenheim. "Die Vorstandsvorsitzenden nutzen die Hauptversammlung für Reden, die auch für eine breitere Öffentlichkeit verständlich sind. Viele Vortragenden bemühen sich, Fachsprache so zu übersetzen, dass auch Laien den Inhalt der Rede verstehen. Für den Auf- und Ausbau von Reputation ist dies sinnvoll", so Prof. Dr. Frank Brettschneider, der die Studie seit 2012 regelmäßig durchführt.

Die formale Verständlichkeit sei zwar nicht das einzige Kriterium für eine gelungene Rede, so Brettschneider. Wichtiger noch sei der Inhalt. Auch Kriterien wie der Aufbau der Rede oder der Vortragsstil spielten eine Rolle. Aber: "Formal verständliche Botschaften werden von den Zuhörenden besser verstanden und erinnert. Und verständliche Botschaften genießen mehr Vertrauen als unverständliche". Grundregeln für verständliche Reden seien: kurze Sätze bilden, gebräuchliche Begriffe verwenden, Fachbegriffe übersetzen und zusammengesetzte Wörter möglichst vermeiden.
 

Katia Meyer-Tien
Redakteurin
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Dienstag, 12.07.2022, 15:06 Uhr

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