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Enerige & Management > F&E - Reallabore: RWE mit drei Projekten am Start
Bild: shutterstock
F&E:
Reallabore: RWE mit drei Projekten am Start
Der RWE-Konzern bewirbt sich mit drei Projekten beim Ideenwettbewerb „Reallabore der Energiewende“. Ziel der Ausschreibung ist es, den Umbau des deutschen Energiesystems voranzutreiben.
 
Für den Wettbewerb stellt das Bundeswirtschaftsministerium jährlich bis zu 100 Mio. Euro zur Verfügung. Die Ausschreibung, die im Februar startete, soll bis zum Jahr 2022 viermal stattfinden. Nach Angaben des Ministeriums wurden bis zum Ende der Bewerbungsfrist 88 Projektskizzen eingereicht. Die ausgewählten Vorschläge sollen demnächst bekanntgegeben werden.

Das erste Projekt, so teilte RWE mit, beschäftigt sich mit der Erzeugung, Speicherung und Nutzung von aus erneuerbaren Energiequellen erzeugtem Wasserstoff. Dazu ist im Emsland ein Elektrolyseur mit einer Leistung von 105 MW geplant, in dem Strom in Wasserstoff verwandelt wird. Dieser „grüne“ Wasserstoff könnte dann beispielsweise energieintensiven Branchen wie der Stahl- oder der Chemieindustrie zur Verfügung gestellt werden. Hinter dem Vorhaben unter dem Stichwort Get H2 stehen auch Norwega, Siemens, Enertrag, Hydrogenious Technologies und die Stadtwerke Lingen.

Wasserstoff und CO2 spielen eine zentrale Rolle bei der zweiten Projektskizze, mit der sich RWE bewirbt. Der Konzern entwickelt bereits seit zehn Jahren am Standort Niederaußem (Nordrhein-Westfalen) sogenannte CCU-Projekte. Carbon Capture and Utilization beschäftigt sich mit der klimaschonenden Abscheidung und Nutzung von CO2. Mit „Sustainable Power Fuel“ soll in einem nächsten Schritt ein Demonstrationsstandort für Power-to-X-Technologien im Rheinischen Revier entwickelt werden. Ziel ist es, aus Wasserstoff, der aus erneuerbaren Energie erzeugt wird, und CO2 aus Kraftwerksabgasen synthetische Treibstoffe wie Methanol zu erzeugen. Diese E-Fuels weisen gegenüber mineralischen Kraftstoffen deutlich bessere Emissionseigenschaften auf und können den Fahrzeugverkehr umweltschonender machen.

„Store to Power“, das dritte Vorhaben, zielt auf die Wärmespeicherung durch Flüssigsalz ab. Konkret soll an einem Braunkohlekraftwerk ein derartiges Wärmespeichermodul gebaut werden, das mit Strom aus erneuerbaren Energien aufgeheizt wird. Steigt der Strombedarf, kann damit erzeugter Dampf zur Stromerzeugung in die Kraftwerksturbine eingespeist werden. Er ersetzt damit zunächst einen Teil der ansonsten mit Braunkohle erzeugten Dampfmenge. Nach Ende der Kohleverstromung könnte die Anlage vollständig mit regenerativen Energien betrieben werden. Bei dem Pilotprojekt arbeitet der Energiekonzern mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt sowie der FH Aachen zusammen.

 
 

Günter Drewnitzky
© 2020 Energie & Management GmbH
Dienstag, 18.06.2019, 13:22 Uhr

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