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Der Erneuerbaren-Projektentwickler Qair kauft die französische Tochter der insolventen Eno Energy (EEF SAS) und übernimmt im Zuge dessen auch ausgewählte Projekte in Deutschland.
Der Erneuerbaren-Projektierer Qair gibt die Übernahme der französischen Tochtergesellschaft von Eno Energy − die EEF SAS − sowie ausgewählter, in Entwicklung befindlicher Projekte in Deutschland bekannt. Damit will Qair insbesondere sein Windenergie-Portfolio stärken, teilte der Konzern mit Hauptsitz in Paris am 23. Dezember mit.
Qair Deutschland mit Standorten in München und Leipzig ist eine Tochtergesellschaft der Qair Group. In Deutschland konzipiert, baut und betreibt das Unternehmen Wind- und Solarenergie-Anlagen sowie Batteriespeicher.
Qair erwirbt nach eigenen Angaben eine Projektpipeline und ein Portfolio von rund 260 MW in Frankreich, Deutschland und Belgien – ein Teil davon könnte bereits Ende 2026 in Bau gehen. Das Team von EEF SAS soll Qairs Büro in Paris verstärken.
Die Transaktion ist nach Auskunft von Qiar über Capcora durchgeführt worden, „die als M&A-Berater aufseiten von Eno Energy i.l. (in Liquidation; Anm. d. Redaktion) agiert“ haben.
Die im Jahr 2001 gegründete EEF SAS ist ein französischer Regionalplaner und dynamischer Akteur im Bereich Wind- und Photovoltaikenergie in Frankreich und Belgien. Im Jahr 2008 ging er an Eno Energy.
Eno Energy musste hierzulande die Produktion schließen
Zuletzt musste der insolvente Windkraftanlagenbauer Eno Energy in Deutschland mitteilen, die Turbinen-Produktion in Rostock einstellen zu müssen (wir berichteten). Es gebe kein belastbares Investoreninteresse, teilte ein Sprecher von Insolvenzverwalter Christoph Morgen nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens mit.
Finanzielle Mittel seien nicht vorhanden, weshalb den Beschäftigten in diesem Bereich habe gekündigt werden müssen. Betroffen sind den Angaben zufolge 160 Mitarbeiter. Das Unternehmen Eno Energy hatte Standorte in Rerik und Rostock (beides in Mecklenburg-Vorpommern). Die Turbinen-Produktion befand sich in Rostock. Eno Energy entwickelte, verkaufte und wartete Windparks und produzierte auch eigene Windenergieanlagen.
Insolvenzverwalter Morgen hatte vor einigen Wochen mehrere Gründe für die Probleme von Eno Energy genannt: Das Geschäft erfordere einen hohen Vorfinanzierungsbedarf, es fehlten Rotorblätter und es gebe eine verschärfte Konkurrenz um Investoren. Im Turbinenbau stand das Unternehmen demnach im Wettbewerb zu großen Anbietern wie Nordex, Vestas und Enercon.
Dienstag, 23.12.2025, 14:42 Uhr
Heidi Roider
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