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Enerige & Management > Regenerative - PV wächst viermal schneller als Wind
Quelle: Fotolia/Simon Kraus
REGENERATIVE:
PV wächst viermal schneller als Wind
Die Bundesnetzagentur hat die Erneuerbaren-Zubauzahlen für August veröffentlicht. Mieterstrom entwickelt sich dynamisch.
 
Die Eintragung von Kraftwerken ins Marktstammdatenregister (MaStR) der Bundesnetzagentur ergibt mit dem August ein unterschiedliches Bild der Energiewende-Dynamik.

Gemäß einer Auswertung der Behörde vom 1. Oktober, ergänzt durch Berechnungen unserer Redaktion, ist bei der Photovoltaik (PV) im August mit recht stabil 435 MW am meisten installierte Leistung unter den Erneuerbaren-Technologien dazugekommen. Das ist fast viermal mehr als bei der Windkraft. Sie hatte mit einem Plus von 117 MW den zweitschwächsten Zubau-Monat des Jahres. Sogenannte Pilotwindanlagen wurden seit Februar nicht mehr angemeldet.

An Biomasse kamen nach starken Monatsschwankungen knapp 3 MW hinzu. Bei steuerbaren, netzdienlichen Biogas-Altanlagen, für die es einen "Flexibonus" gemäß Paragraf 50 b Erneuerbare-Energien-Gesetz gibt, war der August mit einem Zuwachs von 1 MW bisher der schwächste Monat des Jahres. Ingesamt kamen in den ersten acht Monaten dieses Jahres 6 MW zu den 1.371 MW hinzu, die zwischen August 2014 und Ende 2020 hierfür angemeldet worden waren.

​Die Gesamtzahlen für die ersten acht Monate

Zwischen Januar und August ist Deutschlands grüner Kraftwerkspark brutto um 3.618 MW PV, 1.274 MW Windkraft und 34 MWel Biomasse gewachsen. Bei der Sonnenenergie und Biomasse kamen 73 % beziehungsweise 77 % außerhalb der BNetzA-Ausschreibungen hinzu, im August waren es bei Biogasanlagen zum wiederholten Mal alle Anlagen.

Mieterstrom jetzt schon 2021 mehr als verdoppelt

Der Zuwachs beim PV-Mieterstrom war im August mit knapp 1 MW aus nur 39 Anlagen rückläufig und unterdurchschnittlich. Auch im Juli waren es nur 1,2 MW aus 76 Erzeugungseinheiten. Von insgesamt fast 27 MW Gesamtleistung seit 2019 sind allein 14 MW - über gut 600 Anlagen verteilt - in den ersten acht Monaten diesen Jahres ins Mieterstrom-Modell gekommen. Fast alle zugeordneten Anlagen waren auf dem Dach, am Gebäude oder an der Fassade angebracht. Nur zwei steckerfertige Balkon-PV-Anlagen mit je 0,6 kW (Plug-in-PV) sowie eine 4,8-kW-Freiflächenanlage liefern seit diesem Jahr ebenfalls Mieterstrom. 

Die Auswertung der BNetzA enthält für die Förderung erhebliche Bruttowerte, berücksichtigt also nicht den Rückbau von Ökokraftwerken. Ins MaStR müssen unter anderem alle Kraftwerke eingetragen werden, die ins allgemeine Stromnetz einspeisen, auch wenn sie nicht förderwürdig sind. Zumindest bei Windkraft differiert die Statistik immer ein wenig mit jenen aus eigenen Erhebungen der Deutschen Windguard oder der Fachagentur Windenergie an Land.
 

Georg Eble
Redakteur
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Freitag, 01.10.2021, 16:02 Uhr

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