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Enerige & Management > Studien - PV und BHKW gute Kombination für Mehrfamilienhäuser
Bild: Fotolia
STUDIEN:
PV und BHKW gute Kombination für Mehrfamilienhäuser
Mit einer Kombination aus einem PV-Speichersystem und einem BHKW lässt sich in Mehrfamilienhäusern viel an Energiekosten sparen, so eine Studie von EUPD Research.
 
Rund 40 % der Deutschen leben in Mehrfamilienhäusern. Die Kombination von Photovoltaik-Speicheranlagen mit einem wärmegeführten Blockheizkraftwerk sichert vor allem in älteren Bestandsgebäuden ein Maximum an Stromautarkie und minimiert die Energiekosten. In der Untersuchung von EUPD Research vermindern sich im Systemvergleich die jährlichen Energiekosten um 56 %.

Während Eigenverbrauchslösungen in Form einer Photovoltaikanlage − oft in Kombination mit einem Heimspeicher − in Ein- und Zweifamilienhäusern bereits vielfach zum Einsatz kommen, bilden diese bei Mehrfamilienhäusern noch die Ausnahme. Dabei ergeben sich aus der Kombination der Lastgänge verschiedener Haushalte und Gewerbeeinheiten in einem Gebäude durchaus Chancen im Vergleich zum klassischen Ein-/Zweifamilienhaus.

Infolge der kleineren Dachfläche in Relation zum Energieverbrauch des Gebäudes ist der Beitrag der PV-Anlage im Mehrfamilienhaus begrenzt. Wird die Anlage aber um einen Batteriespeicher ergänzt, lassen sich hohe Eigenverbrauchswerte erzielen. Mit dem Ziel eines noch höheren Autarkiegrades in der Energieversorgung kann zudem ein Blockheizkraftwerk integriert werden. In einer wärmegeführten Betriebsweise ergänzt das BHKW in den sonnenschwachen Wintermonaten entsprechend die Stromproduktion der Photovoltaikanlage, wie eine aktuelle Analyse des Beratungshauses EUPD Research im Auftrag des Stromspeicher-Spezialisten E3/DC zeigt. 

Deutlich wird das am Beispiel eines Mehrfamilienhauses mit acht Wohnungen und zwei Gewerbeeinheiten sowie vier Ladesäulen:
  • Mit dem Betrieb einer konventionellen Gasheizung zur Wärmeversorgung und der kompletten Deckung des Strombedarfes aus dem Stromnetz belaufen sich die jährlichen Energiekosten für den Gas- und Strombezug auf 34.000 Euro.
  • Wird das Mehrfamilienhaus mit einer 50-kWp-Photovoltaikanlage und einem Speicher zusätzlich ausgerüstet, sinken die jährlichen Kosten für den Strombezug bereits um knapp 12.000 Euro, 52 % des Strombedarfs im Gebäude können mit Solarstrom gedeckt werden.
  • Durch den Umstieg von der Gasheizung auf eine Wärmepumpe fällt einerseits der Gasbezug weg, andererseits erhöht sich der Strombedarf durch den Betrieb der Wärmepumpe signifikant. Mittels des angenommenen Photovoltaik-Speichersystems lassen sich folglich noch 41 % des gestiegenen Strombedarfs decken. Aufgrund auch zukünftig angenommener Strompreissteigerungen erhöhen sich zwar die jährlichen Energiekosten auf 23.500 Euro. Gegenüber der Variante mit 100 Prozent Strom- und Gasbezug aus der öffentlichen Versorgung ergibt sich dennoch eine Kostenersparnis von etwa 10.500 Euro. 
  • Wird das Photovoltaik-Speichersystem um ein BHKW mit einer Stromkennzahl von 0,45 ergänzt, lassen sich 56 % der jährlichen Energiekosten zum reinen Netzbezug sparen. Darüber hinaus nimmt der Grad der Eigenversorgung mit Strom auf knapp 80 % zu.
 
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Quelle: EUPD Research


„Die Verbindung von solarer Stromerzeugung und kombinierter Strom- und Wärmeproduktion mittels BHKW eröffnet im Mehrfamilienhaus die ganzjährige Nutzung von Speicherlösungen“, kommentiert EuPD-Geschäftsführer Martin Ammon. 
 

Peter Koller
Redakteur
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Mittwoch, 17.03.2021, 14:55 Uhr

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