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Enerige & Management > Startklar - PV-Projekt wird ohne Fördermittel realisiert
Bild: E&M
STARTKLAR:
PV-Projekt wird ohne Fördermittel realisiert
Baywa Re hat mit dem Bau einer Freiflächen-Solaranlage begonnen, die komplett über Crowdfunding finanziert wird.
 
Partner der Baywa und Initiator des Projekts ist das Start-up Enyway aus Hamburg, das eine Stromhandelsplattform betreibt, über die regionale Erzeuger und regionale Verbraucher zusammenfinden können.

Die PV-Anlage, die in Hecklingen in Sachsen-Anhalt gebaut wird, umfasst nach Angaben der Baywa eine Fläche von 7 000 m2 und besteht aus knapp 4 400 Solarmodulen. Sie habe eine Leistung von 1 300 kW, mit der voraussichtlich 1,3 Mio. kWh jährlich erzeugt werden können, heißt es weiter in einer Mitteilung des Münchner Projektentwicklers und Energiedienstleisters.

Das Projekt firmiert bei Enyway unter der Bezeichnung „Change“. Das Produktangebot des Start-ups, das seit November 2018 am Markt ist, zielt auf eine Bürgerbeteiligung an Großflächenphotovoltaik-Anlagen über die Finanzierung der Solarmodule. Dabei nutzt Enyway die Blockchain-Technologie und schnürt Solarmodule in virtuelle Mini-Pakete, von denen laut Website des Unternehmen die kleinsten bereits für 39 Euro zum Projektstart zu haben waren.

Zubau über den politisch vorgegebenen Korridor hinaus möglich

Im April 2019 hatte Enyway bekannt gegeben, die Funding-Schwelle für das Projekt erreicht zu haben. Wie auf der Internetseite des Plattformbetreibers zu lesen ist, hatten sich schon am 8. November 2018 mehr als 10 000 Menschen registriert, um sich ein Early-Bird-Angebot zu sichern. Dort wird auch derzeit die gebuchte Anlagenfläche mit 68 % angezeigt. Angaben, wie viel Geld die Crowdfinanzierungskampagne bislang erbracht hat, macht das Start-up nicht.

„Die Realisierung von Enyway Change ist ein absoluter Meilenstein“, sagt Varena Junge, Geschäftsführerin und Mitgründerin von Enyway. Damit habe das Unternehmen bewiesen, dass die Energiewende wirtschaftlich ohne staatliche Subventionen möglich sei. So lasse sich die Energiewende deutlich beschleunigen und auch über den politisch vorgegebenen Zubaukorridor hinaus realisieren.

Matthias Taft, Energievorstand der Baywa AG, betont ebenfalls die Signalwirkung von Projekten, die ohne Fördermittel auskommen und verweist auf den 175-MWp-Solarpark „Don Rodrigo“ nahe der südspanischen Stadt Sevilla. Dessen Finanzierung wird vor allem durch ein sogenanntes Power Purchase Agreement (PPA) mit Statkraft gesichert.
 

Fritz Wilhelm
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Freitag, 23.08.2019, 15:07 Uhr

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