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Bild: Fotolia.com, vege
WINDKRAFT ONSHORE:
Protest gegen neuen NRW-Windenergieerlass wächst
Gleich 61 Unternehmen aus der NRW-Windindustrie warnen vor den Folgen des geplanten, restriktiven Windenergieerlasses der schwarz-gelben Landesregierung.
 
Während in Düsseldorf nach E&M-Informationen bereits in der Landesregierung die Ressortabstimmung zum neuen Windenergieerlass begonnen hat, versucht die Windbranche in Nordrhein-Westfalen mit einem gemeinsamen Kraftakt das Allerschlimmste zu verhindern. Am 12. September soll das Kabinett, so die jüngsten Informationen aus Düsseldorf, den neuen Windenergielass beschließen.

Mit einem offenen Brief an Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) und Energieminister Andreas Pinkwart (FDP) appellieren gleich 61 Branchenunternehmen, darunter Windturbinenhersteller, Projektierer und Zulieferer die geplanten Restriktionen für den künftigen Windenergieausbau zu überdenken.

Der schwarz-gelbe Koalitionsvertrag sieht eine Abstandsregelung von mindestens 1 500 Metern sowie ein umfassendes Waldverbot für die Windenergienutzung vor. Da dadurch über 90 Prozent der potentiellen Standorte für neue Windparks entfallen, würde es ab dem Jahr 2019 zu einem massiven Einbruch beim Windenergieausbau zwischen Rhein und Weser kommen – was wohl auch Plan insbesondere in den Reihen der NRW-FDP ist. Schon im NRW-Landtagswahlkampf hatten die Liberalen unter ihrem Bundes- und Landesvorsitzenden Christian Lindner die Windkraft massiv angegriffen.

Windbranche befürchtet radikalen Stellenabbau

Sollte die schwarz-gelbe Landesregierung bei ihrer geplanten Verhinderungspolitik im Windsektor bleiben würde sie, so die Unterzeichner des offenen Briefes, „über eine Milliarde Euro jährlicher Investitionen am Wirtschaftsstandort NRW sowie einen Teil der gut 18 500 Beschäftigten in der Windbranche in Gefahr“ bringen. „Viele Unternehmen haben sich im Vertrauen auf Verlässlichkeit längst auf die Energiewende eingestellt. Das stellt die neue Landesregierung jetzt in Frage. Arbeitsplätze und Investitionen in Milliardenhöhe stehen damit auf der Kippe“, betonte Reiner Priggen, Vorsitzender des Landesverbandes Erneuerbare Energien NRW, der das Protestschreiben koordiniert hatte.

In dem zweiseitigen Brief an Laschet und Pinkwart verweist die NRW-Windindustrie auch auf die klimapolitischen Folgen des geplanten Windenergieerlasses: „Da Nordrhein-Westfalen als zentrales Energieland in Deutschland für über ein Drittel der deutschen CO2-Emissionen verantwortlich ist, käme ein Strukturbruch bei der Windenergie auch einer Abkehr von den deutschen Klimazielen und internationalen Verpflichtungen, wie etwa dem Pariser Weltklimavertrag, gleich.“

Mit dieser gemeinsamen Aktion der 61 Windunternehmen wächst der Widerstand gegen das von Schwarz-Gelb geplante Windenergie-Aus zwischen Rhein und Weser. Zuletzt haben Mitte August 16 Kommunalversorger aus dem Land in einem Brief an Laschet und Pinkwart vor den Regierungsplänen gewarnt. Nach der Umstellung auf die Energiewende und erneuerbare Energien befürchten die Stadtwerke ein Wegbrechen dieses für sie wichtigen Geschäftsfeldes.

Sollte es bei dem Kabinettbeschluss am 12. September bleiben, wäre das ein doppelter Affront gegen die gegen NRW-Windindustrie: Am gleichen Tag beginnt in Husum die traditionelle Windmesse, für die in diesem Jahr Nordrhein-Westfalen als Partnerland auserkoren worden sind. Aus Nordrhein-Westfalen reisen allein 60 Unternehmen zur Windmesse nach Nordfriesland, womit allein aus NRW knapp neun Prozent der etwa 700 Aussteller kommen. Die 60 Aussteller sind auch ein Indiz für den wirtschaftlichen Stellenwert der Windbranche in NRW. Das scheint die neue Landesregierung in keinster Weise zu beeindrucken.
 

Ralf Köpke
© 2019 Energie & Management GmbH
Mittwoch, 30.08.2017, 11:07 Uhr

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