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Enerige & Management > Photovoltaik - Projekt untersucht Aerosol-Einfluss auf Solarertrag
Bild: Sallenbuscher / Fotolia
PHOTOVOLTAIK:
Projekt untersucht Aerosol-Einfluss auf Solarertrag
Ertragsprognosen für Solaranlagen sind nur so gut wie die Wettervorhersagen. Die beziehen aber kaum Ereignisse wie Waldbrände oder Saharawinde ein. Ein Forschungsprojekt ändert das nun.
 
Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), der Deutsche Wetterdienst (DWD) und der Solarenergie-Dienstleister Meteocontrol haben sich für das Forschungsprojekt "Permastrom" zusammengetan. Die Forscher gehen davon aus, dass "großflächige Waldbrände oder der episodenhafte Transport von Saharastaub nach Europa an einzelnen Tagen zu deutlichen Fehlvorhersagen der solaren Einstrahlung führen" können. Das habe nicht nur Auswirkungen auf die Erträge von Solaranlagen, sondern sei "entscheidend" für das Management der Stromnetze.

Das sieht auch das Bundeswirtschaftsministerium so und fördert das Projekt mit dem Titel "Photovoltaik-Ertragsprognose zum besseren Management des Einflusses des atmosphärischen Aerosols auf die Stromnetze in Deutschland und Europa" mit 2,5 Mio. Euro. Amprion, 50 Hertz und EnBW begleiten und unterstützen das Projekt.

Einfluss von Ruß und Staub bislang unberücksichtigt

Für die Analyse greift das Projekt auf Messdaten von Wetterstationen und Satellitendaten zurück, sagt Bernhard Vogel, am KIT Leiter der Gruppe "Spurenstoffmodellierung und Klimaprozesse" des Instituts für Meteorologie und Klimaforschung − Department Troposphärenforschung.

Das Vorgängerprojekt "Perdus" hatte bereits den Einfluss von Sandpartikeln aus der Sahara auf die Sonneneinstrahlung über Deutschland analysiert. Inzwischen sei es aber auch notwendig, andere Aerosolarten wie Ruß und Staub zu berücksichtigen und ihre Wirkung auf die Wolkenbildung zu modellieren und vorherzusagen. Das ist offenbar keine Kleinigkeit für die Wissenschaft, sagt Axel Seifert vom DWD: „Die Prozesse in Wolken und deren Wechselwirkung mit Aerosolpartikeln sind noch nicht vollständig verstanden."

Letzter Baustein des Projekts ist der Einsatz der neuen Prognose-Modelle durch die Stromnetzbetreiber. Dafür entwickelt der Solarenergie-Dienstleister Meteocontrol, Entwickler und Anbieter von professionellen Überwachungs- und Steuerungssystemen für Solaranlagen und Portfolios, das Vorhersagesystem entsprechend weiter.
 

Volker Stephan
© 2020 Energie & Management GmbH
Mittwoch, 15.07.2020, 14:52 Uhr

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