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Enerige & Management > Wasserstoff - Projekt H2 Nord in Emden liefert  "Von der Küste in den Tank"
Bild: Ilja C. Hendel / Zukunft Erdgas
WASSERSTOFF:
Projekt H2 Nord in Emden liefert "Von der Küste in den Tank"
Auf der Basis regionalen Ökostroms entsteht in Ostfriesland eine Wasserstoffwirtschaft. Das grüne Gas wird ab 2023 in einem 50 MW Elektrolyseur im Energiepark Emden vor Ort hergestellt.
 
Der Ende 2020 gegründete Energiepark Emden in Ostfriesland soll Keimzelle einer regionalen Wasserstoffwirtschaft werden. Die Gründungsgesellschafter GP Joule, Terravent und Brons Gruppe haben nun mit der „H2 Nord“ eine weitere gemeinsame Tochtergesellschaft geschaffen. Sie soll in einer Elektrolyseanlage mit bis zu 50 MW Leistung Wasserstoff aus regionalem Ökostrom klimafreundlich erzeugen und diesen zunächst über drei Tankstellen in Ostfriesland vertreiben.

Mit der neuen Wasserstoffgesellschaft wollen die Gründer auch weitere Unternehmen zum Mitmachen motivieren. Eine neue Mitstreiterin haben sie bereits gefunden: Die Score-Tankstellen und Mineralölhandels GmbH hat ihren Beitritt angekündigt. Sie beteiligt sich nicht nur an der H2 Nord, sondern werde den grün produzierten Wasserstoff an geeigneten und bereits vorhandenen eigenen Tankstellenstandorten vertreiben.
 
Die Vertreter der Gründungsunternehmen am Bauplatz für die erste Wasserstofftankstelle in Ostfriesland v.l.n.r.: Jens Rötteken (Terravent), André Steinau (GP Joule), Tim Kruithoff (Oberbürgermeister Emden), Thomas Ehrlich (Score), Claas Mauritz Brons (Brons GmbH)
Bild: GP Joule

Ökostrom zu grünem Wasserstoff wandeln

An dem Projekt ist auch das norwegische Energieunternehmen Statkraft beteiligt, an dessen Kraftwerksstandort in Emden der Elektrolyseur errichtet wird. Zu jeweils der Hälfte betreiben ihn Statkraft und H2 Nord mit lokalem Wind- und Solarstrom. Mit der erzeugten Wasserstoffmenge könnten rechnerisch 850 Busse sauber durch Ostfriesland fahren.

Als einer der Geschäftsführer von H2 Nord erklärte André Steinau von GP Joule das Konzept: „Grüne Energie soll dort umgewandelt werden, wo sie entsteht und Abnehmer vorhanden sind.“ Claas Mauritz Brons, Geschäftsführer der H2 Nord, ergänzte: „Emden ist schon seit langem ein Energiestandort und ein Zentrum für erneuerbare Energie. Nun legen wir die Grundlage für die grüne Verkehrszukunft in unserer Region.“

Auch der Emder Oberbürgermeister Tim Kruithoff begrüßt die Gründung der H2 Nord: „Ich bin begeistert von der Innovationskraft in unserer Region. Herstellung und Produktion von grünem Wasserstoff bieten neue Chancen für die Zukunft. Ich freue mich über das Engagement der hiesigen Unternehmen, Emden zu einem grünen Wirtschaftsstandort weiterzuentwickeln. Für diese Entwicklung übernimmt auch die Stadt Emden Verantwortung.“

Grüner Wasserstoff soll in der ganzen Region verfügbar sein

Ab 2023 soll der grüne Wasserstoff in einem Umkreis von etwa 100 Kilometern um Emden verfügbar sein. Zielgruppen sind vor allem Industrie und Mobilität. Außerdem soll er an öffentlichen Tankstellen für den Schwerlastverkehr, öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), kommunale Abfallfahrzeuge und PKW erhältlich sein. Die erste Vertriebsstelle werde die Tankstelle der Score in Emden sein, Georgsheil und Aurich sollen folgen.

Der Tankstellenbetreiber überprüfe auch seine weiteren Standorte in der Region – überall, wo es möglich ist, soll der grüne Wasserstoff in Zukunft angeboten werden. Thomas Ehrlich, Geschäftsführer der Score, sieht den Ausbau des Tankstellennetzes mit Wasserstoff als einen wegweisenden Schritt für das Unternehmen: „Bei der Mobilität der Zukunft wird Wasserstoff beim Verkehr schwerer Fahrzeuge eine zentrale Rolle spielen – ebenso wie synthetische Kraftstoffe oder Strom bei Pkw.“
 

Susanne Harmsen
Redakteurin
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Montag, 03.05.2021, 14:45 Uhr

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