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Enerige & Management > Strom - Preiserhöhungen bei den Stadtwerken Tübingen
Quelle: Fotolia
STROM:
Preiserhöhungen bei den Stadtwerken Tübingen
Auch bei den Stadtwerken Tübingen hinterlässt das hohe Preisniveau auf den Großhandelsmärkten seine Spuren. Ab dem 1. Oktober erhöht das Unternehmen die Tarife in der Grundversorgung.
 
Anfang August werden die Kundinnen und Kunden, die bei den Stadtwerken Tübingen einen Grundversorgungstarif Strom oder Gas haben, Post von dem schwäbischen Energieversorger bekommen. Darin kündigt das Unternehmen die Erhöhung seiner Grundversorgungstarife an.

Ein durchschnittlicher Tübinger Haushalt mit einem jährlichen Stromverbrauch von rund 1.900 kWh bezahlt dann rund 187 Euro mehr im Jahr. Laut den Stadtwerken ist dies ein Anstieg von 27 %. Beim Erdgas liegen die Mehrkosten für einen Durchschnittshaushalt (jährlicher Wärmeverbrauch bei 18.000 kWh) bei 1.078 Euro pro Jahr − ein Plus von 65,4 %.

Noch bis Ende des vergangenen Jahres hatten die Stadtwerke ihre Strompreise stabil halten können. Zu verdanken sei dies, wie der Versorger mitteilte, der vorausschauenden und langfristig ausgerichteten Beschaffungsstrategie. Die aktuelle Situation an den Energiemärkten sei jedoch mit den Jahren vor 2021 nicht zu vergleichen. Im Laufe von 2022 habe sich der Preis an den Großhandelsmärkten für Strom und Erdgas gegenüber 2019 vervielfacht. Die Stadtwerke müssten die benötigten Energiemengen für ihre Kundinnen und Kunden daher nunmehr zu diesen sehr hohen Preisen einkaufen. Diese wesentlich höheren Beschaffungskosten ließen sich inzwischen nur noch in begrenztem Umfang abfedern.

Der Energieversorger nennt vier Faktoren für die permanent angestiegenen Energiepreise in den vergangenen zwölf Monaten: eine hohe Energie- und Rohstoffnachfrage der Wirtschaft, die sich von der Corona-Pandemie erholte. Dazu ein höherer Erdgasverbrauch aufgrund kalter Monate im März und April 2022. Auch der CO2-Preis zog, bedingt durch höhere staatliche Abgaben und gesteigerte Nachfragen nach CO2-Zertifikaten, deutlich an. Und schließlich führte der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine zu einer Verknappung der Erdgasmengen auf dem Markt und zu allgemeinen Unsicherheiten bei der Gasversorgungslage.
 

Davina Spohn
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Freitag, 22.07.2022, 16:17 Uhr

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